„Wir brauchen für unsere Produktion – für Licht, Bewässerung und Klimatisierung – vor allem zuverlässig Strom, den bekommen wir hier“, sagte der Sprecher des Cannabis-Herstellers Aurora, Dirk Heitepriem. Das börsennotierte Unternehmen baut seinen Standort in Leuna derzeit deutlich aus.
In Zukunft solle „signifikant“ mehr sogenanntes Medizinal-Cannabis in pharmazeutischer Qualität produziert werden, sagte Heitepriem. Genauere Angaben zur Menge machte er nicht.
Käuferinnen und Käufer der Produkte von Aurora seien grundlegend in zwei Gruppen zu teilen: Schwerstkranke und jene, die Cannabis seit der Lockerung des Cannabisgesetzes im Frühjahr 2024 legal zur „Selbsttherapie“ kaufen, so Heitepriem. Unter den Selbstzahlern sind laut Heitepriem Menschen mit ganz unterschiedliche Krankheitsbilder – unter anderem Personen mit ADHS, Endometriose oder Parkinson.
Zuletzt waren die Einfuhren von medizinischem Cannabis in Deutschland stark angestiegen. Zur Verarbeitung importiere Aurora Cannabis aus Kanada, hieß es. Mit dem Ausbau des Standortes in Leuna wollte das Unternehmen „die Grundversorgung in Deutschland sichern“, so Heitepriem. In Sachsen-Anhalt habe man schon vor der Änderung des Cannabisgesetzes die Sicherheit gehabt, eine Produktion aufzubauen, betonte er. Deshalb glaube man an die Produktionsstätte im Süden Sachsen-Anhalts.
Aurora hat eigenen Angaben nach 2015 in Kanada seine erste Lizenz für den Anbau und Verkauf von medizinischem Cannabis erhalten. 2016 exportierte das Unternehmen demnach erstmals Cannabis nach Deutschland. Die Produktionsstätte für medizinisches Cannabis in Leuna wurde 2020 zertifiziert. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in Frankreich, Polen und Großbritannien.
„Aurora hat sich eine führende Position auf dem schnell wachsenden, margenstarken globalen Markt für medizinisches Cannabis erarbeitet. Wir haben mit unserem globalen Geschäft mit medizinischem Cannabis einen Rekordquartalsumsatz von 76,2 Millionen US-Dollar erzielt, der auf ein zweistelliges Wachstum im internationalen Geschäft zurückzuführen ist, angeführt von Deutschland und Polen“, sagte Miguel Martin, Executive Chairman und CEO von Aurora kürzlich zur Vorstellung der Quartalszahlen.
„Auroras Priorisierung von medizinischem Cannabis als dem attraktivsten Wachstumsbereich der Branche basiert auf unseren Investitionen in Schlüsselmärkte, erstklassigen Anbau- und GMP-Produktionsanlagen, betrieblicher Effizienz, modernster Wissenschaft und Genetik sowie regulatorischer Expertise“, so Martin.
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