Atopisches Ekzem

Neurodermitis: Mehr Suizidgedanken bei Erkrankten

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Berlin -

Patient:innen mit Neurodermitis haben ein signifikant höheres Risiko für psychische Ausnahmesituationen im Vergleich zu hautgesunden Personen. Das sind die Ergebnisse einer internationalen Befragung von über 30.000 Erwachsenen. Die psychische Situation der Betroffenen sollte deshalb mehr in den Fokus gerückt werden, appellieren die Forschenden.

Im Fokus der Studie „Scars of Life“ lag der Zusammenhang zwischen Neurodermitis und psychischen Belastungen, insbesondere der Suizidalität. Die Ergebnisse wurden erstmals auf dem EADV-Kongress 2025 in Paris vorgestellt.

Erwachsene, Kinder und Jugendliche

Die Forschenden stellten fest, dass Patienten mit Neurodermitis ein um mehr als 13 Prozent höheres Risiko für Suizidgedanken haben. Im Vergleich dazu betrage das Risiko bei hautgesunden Personen etwa 8,5 Prozent. Das erhöhte Risiko bestehe für alle Untergruppen, unabhängig davon, ob die Erkrankung in der Kindheit, Jugend oder erst im Erwachsenenalter begann. Jüngere Erwachsene unter 30 Jahren sowie Menschen mit Adipositas sind laut der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders gefährdet, Suizidgedanken zu entwickeln.

Doppelt so hohes Risiko

Die chronische Entzündung, der quälende Juckreiz und die sichtbaren Hautveränderungen führen häufig zu Schlafstörungen, sozialer Isolation, Depressionen und Angstzuständen. Die Forschenden stellten auch fest, dass das Risiko stark mit der Schwere der Symptome korreliert; je ausgeprägter das Ekzem und je belastender der Juckreiz, desto höher ist die psychische Vulnerabilität.

Konkret: Ein moderat bis schwer ausgeprägtes Ekzem verdoppelt das Risiko. Auch starker Juckreiz und Hautschmerzen seien wesentliche Treiber. Betroffene mit Suizidgedanken gaben im Rahmen der Studie an, unter einem hohen Maß an gesellschaftlicher Stigmatisierung zu leiden.

Psychische Gesundheit mehr fokussieren

Dermatologinnen und Dermatologen sollten laut den Forschenden deshalb nicht nur die Haut behandeln dürfen. Es sei essenziell, Patient:innen aktiv nach ihrer psychischen Verfassung zu fragen und bei Bedarf frühzeitig eine psychologische oder psychiatrische Mitbehandlung einzuleiten. „Suizidgedanken stellen bei Patientinnen und Patienten mit Neurodermitis ein ernstes und häufiges Problem dar, das oft übersehen wird“, betonen die Wissenschaftler:innen abschließend.

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