Das Thema Lieferengpässe hat insbesondere in der Corona-Pandemie an Fahrt aufgenommen. „Mittlerweile ist das – zumindest bei uns – nicht mehr so das Problem“, berichtet PKA Angelika Jacobs. Immerhin haben sich Apothekenteams in dieser Zeit Konzepte erarbeitet, um gezielt auf Engpässe reagieren zu können.
Jakobs selbst ist aktuell insbesondere der Fall eines nicht lieferbaren Insulins im Gedächtnis geblieben. Levemir (Insulin detemir, Novo Nordisk) wurde von einem Patienten in der Heimversorgung dringend benötigt. Das Präparat – sowohl Flexpen als auch Patrone – ist seit Mitte Oktober 2025 nicht lieferbar. Als Gründe hat Hersteller Novo Nordisk in der Engpass-Datenbank angegeben, dass es nur noch Restbestände im Markt gebe, die abverkauft würden. Levemir werde Außer Vertrieb (AV) gesetzt.
„Wenn ich ein Rezept mit einem nicht verfügbaren Präparat vom Heim vorliegen habe, überprüfe ich erst einmal, ob andere Größen oder Firmen lieferbar sind.“ Das war im vorliegenden Fall eindeutig. Über den aktuellen Verfügbarkeitsstatus – oder wie hier ein Außer-Vertrieb-Gehen – werde dann die verschreibende Praxis informiert. „Wenn gar nichts geht – wie bei Levemir – muss der Patient dann entsprechend neu eingestellt werden.“
Damit ende die Kommunikation allerdings nicht: „Wir teilen gleichzeitig auch dem Heim die Situation mit und dass der Arzt die Information bereits bekommen hat.“
Auch die erfahrene PKA werde hin und wieder von ungewöhnlichen Nichtlieferbarkeiten überrascht: „Letztens waren die ganz einfachen, unsterilen ES-Kompressen 8fach 10x10 100 Stück von Hartmann nicht lieferbar über den Großhandel.“ Das Problem habe sie dann über einen Reimport gelöst.
Durch ein etabliertes Engpassmanagement und eine optimierte Lagerhaltung sei bereits viel gewonnen. „Es ist wichtig, dass die PKA und das Backoffice-Team bereits im Vorhinein in puncto Lieferfähigkeit bei der täglichen Prüfung Engpässe mitdenken.“ Bei Auffälligkeiten könnten gleichwertige Medikamente wie Generika direkt mitbestellt werden.
Bei Engpassfällen im HV werde im Beisein der Kundschaft Rücksprache mit dem Arzt gehalten. „Wir kümmern uns dann um die Rezeptänderungen und können dem Kunden im besten Fall direkt das Alternativpräparat mitgeben.“ Zwar befinde sich eine Praxis direkt im Haus, was Änderungen ohnehin kurz und effizient gestalte. Schneller gehe es nur mit digitalen Verordnungen. „Wenn es um E-Rezepte geht und die Arztpraxis fix signiert, hat man die neue Verordnung innerhalb einer Stunde vorliegen.“
Aktuelle Engpässe betreffen beispielsweise Quetiapin-haltige Arzneimittel. Hersteller Glenmark vermeldet Produktionsprobleme für die Retardtabletten zu 50, 150, 200, 300 und 400 mg. Der Engpass besteht bei den 200 mg bereits seit Ende September 2024 – und soll noch bis Mai dieses Jahres anhalten.
Weiterhin im Engpass befinden sich auch die Tavor Expidet 2,5 mg (Lorazepam, Pfizer). Das Präparat ist seit Mitte Juli 2023 als Engpass gelistet. Die letzte Änderungsmeldung erfolgte am 20 Januar 2026. Der Engpass von Tavor Expidet 2,5 mg soll demnach voraussichtlich am 15. Februar dieses Jahres enden.
Ein Versorgungsmangel besteht laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter anderem weiterhin für:
Im Hinblick auf die Engpasssituation in der Pandemie betont Jakobs: „Es war schon mal schlimmer.“ Es gebe zwar nach wie vor viele Präparate, die nicht lieferfähig seien. „Aber es hat sich meiner Meinung nach seitdem schon ein wenig entspannt.“
In dieser Folge unserer Videoreihe geht es um Prozess-Optimierung: Wie lassen sich Bestellprozesse in Apotheken effizienter gestalten – wirtschaftlich, praxistauglich und softwaregestützt? Mit dieser Frage beschäftigt sich PKA Anja Löst.
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Transkripte der 5-teiligen Videoreihe
Teil 1 “Handelsspannenausgleich”
Teil 2 “Bestellprozesse”
Teil 3 "Bestellungen bündeln"
Teil 4 “Wirtschaftlich bestellen”
Teil 5 “Kommunikation am HV”

