Auf Anzeichen achten

Übersäuerung durch Sport?

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Berlin -

Häufig kommen Kund:innen mit unspezifischen Symptomen wie Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Hautrötungen, Verstopfung oder Muskelschmerzen in die Apotheke. Bei sonst gesunden, aktiven Menschen ohne Vorerkrankungen lohnt es sich, könnte eine Übersäuerung die Ursache sein – diese kann auch durch Sport hervorgerufen werden.

Ausreichend Bewegung hat einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, die Sehnen und Gelenke, den Gleichgewichtssinn und sogar auf die Stimmung. Trotzdem kann es durch zu intensive sportliche Aktivität auch zu unspezifischen Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Hautproblemen oder Verdauungsbeschwerden kommen: In diesen Fällen sollte man an eine Übersäuerung denken, empfahl Diplom-Sportpädagoge und Physiotherapeut Dr. Joachim Merk auf einer Pressekonferenz des Herstellers Salus. Merk erläuterte die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Sport und dem Säure-Basen-Haushalt im Körper.

Auf das Training kommt es an

Die Verstoffwechselung von Speisen und Getränken erfolgt demnach sauer oder basisch, der Lebensstil trage zusätzlich dazu bei, wie gut Säuren abgebaut werden. „Für eine hohe körperliche und mentale Leistungsfähigkeit sollten die Säuren und Basen in einem möglichst ausgeglichenen Verhältnis zueinanderstehen“, so Merk. Der regelmäßige Konsum von frischem Obst und Gemüse, ausreichend Schlaf und sonstigen Entspannungsmöglichkeiten und Bewegung seien dafür essenziell.

Auch bei der Bewegung kommt es allerdings auf ein Gleichgewicht an: Es wird zwischen anaerobem und aerobem Training unterschieden.

  1. Anaerob: Der Körper verbrennt schnell extrem viel Energie und greift bei der Energieumwandlung nicht auf Sauerstoff zurück. Die Entmineralisierung der Knochen, die Einlagerung von Stoffwechselendprodukten im Körper, die Verhärtung von Faszien und somit Verspannungen und andere Schmerzen könnten dadurch langfristig begünstigt werden.
  2. Aerob: Der Körper nutzt Sauerstoff, um die Energie umzuwandeln. Dadurch werden Kohlenstoffdioxid und Milchsäure besser ausgeschieden, was neben der Säure-Basen-Balance auch der Muskel- und Fasziengesundheit und dem körperlichen und seelischen Wohlbefinden zuträglich sei.

Ausreichende Erholungsphasen

Für viele Sportler:innen ist das Krafttraining und „Auspowern“ nicht wegzudenken, diese sollten jedoch auf ausreichende Erholungsphasen von mindestens 48 Stunden sowie auf die Ergänzung um aerobe Trainingseinheiten achten, so Merk. „Wenn mit dem sportlichen Training Entsäuerung erreicht werden soll, ist auf eine ausreichende Trinkmenge und Elektrolyt-Zufuhr zu achten“, so Merk weiter.

Zudem empfahl er „ausreichend Magnesium, Calcium und Zink für den Muskelstoffwechsel, die Regeneration und das Immunsystem. Sport und Mikronährstoffe können einen sehr wertvollen Beitrag zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Gleichgewicht liefern, aber körperliche Aktivitäten sollten prinzipiell eher ungestresst, achtsam und wohldosiert mit ausreichend Erholung erfolgen.“

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