Magdeburg

PTA-Abschiebung: Ausreise für Arbeitsvisum

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Berlin -

Karmen Nazaryan soll von Magdeburg nach Armenien abgeschoben werden. Die PTA arbeitet seit drei Jahren in der Rats-Apotheke von Andreas Haese. Mit der Hilfe des Apothekers, viel Eigeninitiative und dem Aufsehen durch die Medien konnte in einer Härtefallentscheidung das Asylverfahren umgewandelt werden. Allerdings gilt das nur für die junge Frau und nicht für die Familie.

Nazaryan, die seit zwölf Jahren mit ihrer Familie in Deutschland lebt, ist mit ihrer Berufswahl in die Fußstapfen ihres Vaters getreten, der in Armenien eine Apotheke führte. Die Familie musste aus Armenien fliehen, da sie bedroht wurde. Bei der Einreise nach Deutschland nannten die Eltern auf Anraten der Schleuser ein falsches Herkunftsland: Da Armenien als sicheres Land galt, wurde das elterliche Geburtsland Iran angegeben. Als die Ausländerbehörde in Magdeburg einen Tipp aus der deutschen Botschaft in Armenien bekam, wurde die Duldung nicht verlängert und die Familie sollte abgeschoben werden.

Die PTA wird am 4. Januar aus Deutschland ausreisen und drei Monate in Armenien verbringen, so sieht es das Gesetz vor. Nach der Sperrfrist kann die junge Frau dann mit einem Arbeitsvisum wieder einreisen. Einen Termin in der Botschaft für den Antrag des deutschen Arbeitsvisiums hat Nazaryan am 17. Januar. Eine schriftliche Vorabzustimmung habe die PTA bereits von der Agentur für Arbeit und der Asylbehörde. Dennoch bestehe keine einhundertprozentige Sicherheit, dass die junge Frau wieder nach Deutschland einreisen darf. Die Voraussetzungen seien jedoch gut. Nazaryan spricht die deutsche Sprache und kann einen Arbeitsplatz vorweisen. „Eigentlich muss die Botschaft den Vorgang nur noch begutachten und abstempeln“, so der Apothekeninhaber.

Haese hofft dass es keine Komplikationen gibt und die PTA im April wieder in der Apotheke arbeiten darf. Ohne die Unterstützung des Teams, könnte der Apotheker den Ausfall nicht stemmen. „Die Mitarbeiter leisten in der Zeit Überstunden, die dann wieder abgebummelt werden können. Ohne das Team wäre es nicht möglich“, so Haese.

Nazaryan wird in den dreimonatige Sperrfrist bei ihrem Onkel in Armenien wohnen und hat daher keine großen zusätzlichen Kosten. „Es besteht also kein Risiko das sie auf der Straße oder im Hotel leben muss“, sagt Haese. Das Arbeitsverhältnis mit der Rats-Apotheke ruht für die drei Monate. Durch eine vorherige Mehrarbeit konnte sich die PTA ein kleines finanzielles Polster schaffen.

Das Arbeitsvisum muss die junge Frau jedes Jahr verlängern bis sie dann die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen kann. Dies ist nach acht Jahren unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die Leser der Lokalzeitung „Magdeburger Volksstimme“ wählen jedes Jahr den Magdeburger des Jahres, Apotheker Haese ist auf Grund seines Engagements Anwärter auf den Titel. Die Wahl findet am 17. Januar statt, an dem Tag an dem seine Mitarbeiterin den Termin in der Botschaft hat.

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