Baden-Württemberg

PTA kandidiert für Landtag

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Berlin -

Martina Braun will sich politisch stärker engagieren. Die gelernte PTA kandidiert für Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg für den Landtag. Den Laborlöffel hat sie vor Jahren gegen die Mistgabel getauscht – die Bio-Bäuerin nutzt ihre pharmazeutischen Kenntnisse aber auch auf dem eigenen Hof etwa beim Einsatz von homöopathischen Mitteln für ihre Tiere.

Die Mutter von zwei Kindern will am 13. März für die Grünen in den Landtag einziehen. Bei der vergangenen Wahl sei sie kurzfristig aufgestellt worden, sagt sie. Nur 1000 Stimmen hätten gefehlt. Damals habe aber das Unglück im japanischen Fukushima der Ökopartei zusätzliche Wähler gebracht. „Diesmal wird das Thema Flüchtlingskrise die Wahl bestimmen“, sagt sie. Aktuell stellt die Partei mit 36 Abgeordneten die zweitstärkste Fraktion. Winfried Kretschmann ist der erste Ministerpräsident der Ökopartei.

Brauns politische Interessen haben aber nichts mit dem Gesundheitswesen zu tun. „Ich bin seit 35 Jahren Bäuerin und nicht mehr im Thema drin“, sagt sie. Stattdessen engagiere sie sich für Ökolandbau, Land- und Forstwirtschaft, Verbraucherschutz, der Stärkung des ländlichen Raums, Familie und Bildungsgerechtigkeit sowie gegen Gentechnik.

Den Fachkräftemangel in der Offizin hat sie aber in ihrem Wahlkreis selbst zu spüren bekommen: Eine ebenfalls politisch aktive Apothekerin habe ihr einen Job angeboten. „Sie sucht dringend eine PTA“, so Braun. „Ich könnte mir aber nicht mehr vorstellen, in einer Apotheke zu arbeiten.“ Als sie sich 1976 um einen Platz an der Freiburger PTA-Schule beworben habe, sei der Andrang noch sehr groß gewesen.

Braun hat sechs Jahre lang als PTA in Apotheken gearbeitet, zuletzt in der Furtwangener Linden-Apotheke. „Wir haben viel Rezepturen hergestellt“, erinnert sich die 54-Jährige. Die Laborarbeit für einen Hautarzt sei sehr interessant gewesen. Neben Salben seien auch Augentropfen produziert worden. 1984 hat sie die Apotheke verlassen und sich voll auf den familieneigenen Bauernhof konzentriert.

Heute versorgt sie mit ihrem Mann auf einer Fläche von rund 100 Hektar 36 Milchkühe, jeweils 20 Rinder und Ochsen, 30 Schafe und 350 Legehennen. Der Bioland-Betrieb habe fünf Standbeine, sagt Braun. Außerdem ist die Familie in der Forstwirtschaft tätig. „Mein Stundenlohn liegt bei 3,50 Euro“, so Braun.

Zur Politik sei sie wegen des Bauernhofs gekommen. „Wir müssen auf der Welt eine andere Landwirtschaft etablieren, um unseren Globus zu erhalten“, sagt sie. Aktiv setzt sich Braun seit 1999 ein, damals noch im Ortschaftsrat. 2007 ist sie den Grünen beigetreten. Zwei Jahre später wurde sie in den Kreistag gewählt und im vergangenen Jahr bestätigt.

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