Apotheke trotz Absage beliefert

400 Stück „Impfbuch für alle“ ungefragt

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Berlin -

Nein, „Das Impfbuch für alle“ wollte eine Apothekerin aus Nordrhein-Westfalen nicht. Das hatte sie am Telefon eigentlich auch klar zum Ausdruck gebracht. Trotzdem wurden jetzt 400 Exemplare des angeblich so gefragten Werks an die Apotheke geliefert. Statt einer Entschuldigung bekam die Inhaberin noch eine Belehrung.

Ein Autorenteam um den Arzt und Komiker Eckart von Hirschhausen hat sich auf etwa 80 Seiten den wichtigsten Fragen rund um das Thema Impfen genähert. Veröffentlicht wird das Buch vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

Die Apotheken sollen die Bücher kostenlos unters Volk bringen. Das BMG hatte die Abda informiert, dass im Rahmen der für Anfang Juli geplanten Veröffentlichung auch Apotheken telefonisch kontaktiert würden. Und tatsächlich erhalten dieser Tage zahlreiche Apotheken entsprechende Anrufe, während sie sich gerade mit den Technikpannen bei den digitalen Impfzertifikaten herumschlagen müssen.

Auch die Apotheke aus NRW bekam so einen Anruf. Ob sie Interesse habe, das Buch kostenlos an Kundinnen und Kunden zu verteilen. Sie lehnte dankend ab. Auch der zweite Anlauf – die Auflage sei auf 3 Millionen Stück begrenzt und das Buch sicher sehr beliebt – scheiterte. In der Apotheke ist aktuell genug los. Doch der Anrufer gab sich noch immer nicht geschlagen: „Er hat gesagt, ich könnte es mir noch eine Woche überlegen, aber dann müsste ich bestellen. Ich habe ihm gesagt, dass ich die Bücher auch in einer Woche nicht haben möchte“, berichtet die Apothekerin.

Umso erstaunter war sie, als sie die Lieferung in der Apotheke sah: Vier Kartons mit je 100 Exemplaren „Impfbuch für alle“. Absender war die Firma WKS Fulfillment aus Lage. Dort rief die Apothekerin an, das Gespräch verlief nach ihrer Erinnerung in etwa so:

„Ich hatte doch gesagt, dass wir die Bücher nicht verteilen möchten.“
„Und was wurde Ihnen dazu gesagt?“
„Dass ich es mir noch eine Woche überlegen könnte.“
„Und was haben Sie dann gesagt?“
„Das ich die Bücher nicht möchte.“
„Vielleicht wurde das ja so verstanden, dass Sie sich in einer Woche nochmal melden, ob Sie die Bücher möchten.“

Die Apothekerin glaubt nicht, dass sie falsch verstanden wurde und hat immer noch keine Lust, für das BMG Bücher zu verteilen. Warum sie denn die Annahmen nicht verweigert habe, wurde sie noch gefragt. Schließlich wurde sie gebeten, den Logistiker dpd erneut zu beauftragen und die Bücher zurückzuschicken. Doch jetzt ging es ihr ums Prinzip: WKS möge bitte eine Abholung veranlassen. Sie habe die Bücher nie bestellt und finde im übrigen Eckart von Hirschhausen auch überhaupt nicht witzig. Wer denn das sei, habe da der Mann von WKS gefragt.

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