Kommentar

Schwammige Ansichten Patrick Hollstein, 01.11.2007 16:53 Uhr

Berlin -

Die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat eine Studie vorgelegt, derzufolge durch die Deregulierung der Freien Berufe 140.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Erstaunlich: Laut dem Autor der Studie, Dr. Stefan Hardege, ist die Zahl der Apotheken in Relation zur Bevölkerung in den gering regulierten Ländern zum Teil deutlich geringer als in Deutschland. Sprich: Die Apothekendichte ist hierzulande höher als in liberalisierten Märkten. Wieso Hardege in seiner Untersuchung trotzdem zu dem Schluss kommt, dass durch die deutschen Regulierungen die Marktzutrittschancen erschweren würden und dass durch eine Liberalisierung Jobs geschaffen würden, ist unklar.

Ausgerechnet die Apotheken seien in die Beschäftigungsprognose gar nicht einzubeziehen, gestand Hardege auf Nachfrage gegenüber APOTHEKE ADHOC. Trotzdem fordert er in seiner Untersuchung die Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes. Denn Hardege vermutet Einsparpotenziale: Auf der Grundlage „theoretischer Aspekte“ sei man zu dem Schluss gekommen, dass in deregulierten Ländern Arzneimittel günstiger seien als in Deutschland.

Auch läge der Umsatz pro Beschäftigtem in der Apotheke 2002 im Durchschnitt der Vergleichsländer um knapp 30 Prozent höher als in Deutschland. Dies ist schon deswegen erstaunlich, weil in den Apotheken deregulierter Märkte angeblich mehr Mitarbeiter beschäftigt sind.

Hardege lässt sich in der Studie schließlich auch zu der Aussage hinreißen, dass in deregulierten Märkten „trotz der gewissen Konzentrationstendenzen kein Missbrauch von Marktmacht" vorkomme. Die aktuellen Ermittlungen in Norwegen scheint der Autor - wie einiges andere auch - ausgeblendet zu haben. Auf einem derart schwachen wissenschaftlichen Fundament dürften die Schlüsse, das Sortiment nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel, die auch außerhalb von Apotheken verkauft werden dürfen, zu erweitern, und das Mehr- und Fremdbesitzverbot aufzuheben, kaum ernst zu nehmen sein.

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