Kommentar

Von Maulwürfen und Spürnasen

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Berlin -

Was für eine Woche. Reporter lauern vor unserer Türe und fangen Mitarbeiter ab oder verschaffen sich sogar Zutritt zu den Büroräumen. Fotografen mühen sich verzweifelt, das Firmenschild durch die Scheibe abzulichten. Kameramänner versuchen, durch die Fenster eine Szene aus dem Inneren zu erhaschen. Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Datenskandal – und wir sind auf einmal mitten drin. Nachfolgend haben wir die wichtigsten (Falsch)meldungen zusammengefasst.

SÜDDEUTSCHE
Unser Favorit: „Die spanische Verbindung“ titelt die Süddeutsche. Die Republik hat ein Anrecht zu erfahren, was es mit unserem Firmennamen auf sich hat. Allerdings hätten wir uns eine weniger gewollte Einführung gewünscht: „Dem Neuen [im Ministerium, Anm. d. Red.] kamen manche Dinge reichlich 'spanisch' vor – eine etwas platte Formulierung, die später noch eine zentrale Rolle spielt, wie man sehen wird.“ Trotzdem: Muchas gracias, Señor Guido Bohsem.

FAZ
„Stets gut informiert: APOTHEKE ADHOC“. Ein Lob aus berufenem Munde: Als sogenannte „Edelfeder“ unter den gesundheitspolitischen Korrespondenten thront Andreas Mihm (FAZ) weit über den Niederungen des journalistischen Alltags. Ein paar hingehauchte Andeutungen, und schon war APOTHEKE ADHOC ins Spiel gebracht.

TAZ
Wirklich schön geschriebene Geschichte in der taz. Schnell vergessen ist da der rüde Ton von Autorin Heike Haarhoff bei der Recherche: „Sollte ich bis heute, 12. Dezember 2012, 14.30 Uhr, nichts von Ihnen hören, darf ich davon ausgehen, dass der geschilderte Sachverhalt richtig ist.“

BERLINER ZEITUNG/FRANKFURTER RUNDSCHAU/HAMBURGER MORGENPOST
„Der Maulwurf hatte geliefert. Am 15. Juni 2010 erschien auf dem Internetportal 'apotheke adhoc' eine Meldung mit der Überschrift 'Apotheken werden zur Beratung verpflichtet'.“ Schön, dass Sie unser Archiv einmal gründlich durchgekämmt haben, Daniel Baumann, Andreas Kopietz und Timot Szent-Ivanyi. Stichhaltiger wird die Geschichte dadurch leider nicht.

HANDELSBLATT
Beim Handelsblatt ging in der Aufregung alles etwas drunter und drüber. Am Ende war es sogar Bellartz' Exfrau und nicht die des IT-Spezialisten, die den Fall auffliegen ließ. Sei's drum: Autor Peter Thelen ist bekennender ADHOC-Fan. Darum: Daumen hoch!

WELT
„Für einen Zusammenhang [von APOTHEKE ADHOC; Anm. d. Red.] mit dem ehemaligen Sprecher der ABDA spricht den Branchenkennern zufolge der Fakt, dass das Portal während dessen Zeit bei der ABDA gegründet wurde.“ Sorry, Ileana Grabitz, könnten Sie uns Ihre gedanklichen Schnellschlüsse erklären?

TAGESSPIEGEL
„Bekannt ist, dass der Mann mit seiner Frau einen kommerziellen Fachinformationsdienst betreibt, der nicht selten durch außergewöhnliches Insiderwissen glänzt.“ Das, Robert Birnbaum und Rainer Woratschka, kann man vom Tagesspiegel im vorliegenden Fall gerade nicht behaupten. APOTHEKE ADHOC betreibt Thomas Bellartz jedenfalls nicht.

FOCUS
Hallo Ulrike Bartholomäus, Christoph Elflein und Kollegen. 800.000 Euro soll APOTHEKE ADHOC unter anderem mit Faxaussendungen für die ABDA verdient haben? Da sind wir aber schon gespannt auf den Nachweis. Bislang hat APOTHEKE ADHOC nämlich kein einziges Fax für die ABDA verschickt. Scheint aber ein gutes Geschäftsmodell zu sein. Vielleicht satteln wir um.

SPIEGEL ONLINE
„Apotheker: Lobbyist Bellartz bricht sein Schweigen“, verspricht Nicola Kuhrt den Lesern von Spiegel online. Und liefert dann: „Geschickt vermied Bellartz bei Telefonaten, Mails und Nachfragen des Spiegel bislang konkrete Aussagen.“ Aha. Und wir gelten Ihnen als „Skandalblättchen“?

SPIEGEL
„Branchendienste wie 'Apotheke adhoc' sind oft besser informiert als Abgeordnete.“ Ein schönes Lob, Markus Grill, Sven Röbel und Kollegen. Nur das mit dem „Krebsgeschwür“ in der Überschrift war echt daneben.

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