Heute finden in fünf deutschen Städten Protestkundgebungen der Apothekerverbände statt, auf denen die Apothekerschaft lautstark für ein höheres Fixum einsteht. Dabei habe man Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) im Rücken, meint Abda-Chef Thomas Preis.
„Bereits zum dritten Mal demonstrieren wir hier, eigentlich aus einem traurigen Anlass, aber die Vielzahl der Kolleg:innen zeigt einfach die Stärke der Apotheken“, so Preis, während sich im Hintergrund der Burgplatz füllt.
„Wir haben die Gesundheitsministerin auf unserer Seite. Wir müssen ihr den Rücken stärken, aber an der geplanten Reform auch noch einige Änderungen durchsetzen – allem voran die Abschaffung der Idee zur PTA-Vertretung. Wir wollen keine Apotheke ohne Apotheker oder Apothekerin. Wir wollen keine Light-Apotheken ohne Labor oder ähnliches, wir wollen vollversorgende Apotheken, denn diese sind das Rückgrat der Versorgung.“
Zudem bedankt sich Preis, bei allen die an diesem Tage die Versorgung der Menschen in Deutschland aufrecht erhalten. „Danke an alle notdiensthabenden Kolleg:innen – dass ihr die Kolleg:innen unterstützt, die demonstrieren und gleichzeitig die Versorgung aufrechterhaltet.“
Auch seiner Rede auf der Bühne in Düsseldorf machte er deutlich: „Es darf keine Apotheken ohne Apotheker oder Apothekerin geben.“ Es gehe um das heilberufliche Versorgungssystem. Dort, wo Apotheke draufsteht, müsse auch Apotheke drin sein. Dies sei auch auch ein Grundrecht der Bürger:innen – Arzneimittelversorgung mit Beratung. Abda und BVpta sagen daher gemeinsam: Ja zur Weiterqualifizierung von PTA, aber Nein zur geplanten Vertretungsregelungen. Diese müssten ersatzlos gestrichen werden.
„Wir brauchen starke, voll funktionsfähige Apotheken, keine Zweigapotheken oder Light-Apotheken ohne Labor.“ Notdienst und Labor seien unverzichtbare Teile einer modernen Arzneimittelversorgung. „Hat denn die Politik alles vergessen, was wir in Corona-Zeiten geleistet haben? Nach der Krise ist vor der Krise.“
Die Lieferketten für Arzneimittel seien seit Jahren fragil und es könne nur schlimmer werden. Gerade in diesen Zeiten seien wirtschaftlich starke, funktionierende Apotheken ohne Wenn und Aber unverzichtbar. „Unsere Apotheken sind Teil der Daseinsvorsorge.“ Ohne Apotheken keine verlässliche Gesundheitsversorgung. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, auch in Zukunft. „Wir haben heute geschlossen, damit die Apotheken morgen noch da sind für unsere Patient:innen.“
Die Apotheken stünden mit ihren Forderungen nicht alleine da: Fast 100.000 Bürger:innen haben die von der Abda eingeleitete Petition unterschrieben. Das zeigt die klare Forderung an die Politik: „Handeln Sie jetzt und unverzüglich!“
„Wir lassen uns jetzt nicht mehr vertrösten! Wir kämpfen für unsere Zukunft. „Viva la farmacia, es lebe die Apotheke!“
Vorab gab es bereits Rückhalt von Stephan Pilsinger, Berichterstatter für Apotheken der Unionsfraktion: „Lassen Sie sich nicht erzählen, dass Sie zu viel verdienen. Wir stehen hinter Ihnen, Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Versorgung. Wir machen uns stark für die Fixumserhöhung auf 9,50 Euro und bis zu 11,50 Euro für Landapotheken. Wir werden uns gegen dm und Rossmann mit ihren Ideen stark machen und auch gegen die PTA-Vertretung. Es gibt auch keine Arztpraxis ohne Ärzte, das soll auch bei Apotheken so bleiben.“
Ates Gürpinar, Sprecher für Gesundheitsökonomie der Fraktion Die Linke im Bundestag, steht ebenfalls hinter den Apotheken: „Die Regierung hat nicht verstanden, wie wichtig die Apotheken sind. Euch geht es um mehr als um die Fixumserhöhung, es geht darum, dass die Politik endlich wieder ihre Bedeutung versteht.“
Wir berichten seit 11 Uhr live von den Demonstrationen.
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