Apothekenhonorar

Preis: Apotheken bleiben in roten Zahlen

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Berlin -

Die beschlossene Honoraranpassung um 25 Cent wird unter den Standesvertretern der Apotheker weiter kritisch kommentiert: Der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, findet die Erhöhung völlig unzureichend: „Wenn die Politik nun glaubt, dass die strukturellen wirtschaftlichen Probleme der Apothekerschaft beseitigt sind, unterliegt sie einer Täuschung oder einer kompletten Fehleinschätzung der Situation“, sagte Preis auf dem Sommerempfang des Verbands.

 

Der Verband setzt sich für einen „dynamischen“ Anstieg der Apothekenvergütung oder eine jährliche Anpassung ein. Die versprochene Erhöhung der Notdienstpauschale helfe vielen Apotheken nicht entscheidend weiter, so Preis: „Was nützt eine Subvention des Notdienstes am Wochenende oder in der Nacht, wenn die Apotheke am Tage wegen mangelnder Honorierung weiterhin rote Zahlen schreibt.“

Für die anstehenden Verhandlungen des Kassenabschlags fordert Preis eine Klarstellung der Politik gegenüber den Kassen, dass die Verhandlungsbasis bei 1,75 Euro liegen müsse. Zudem rief Preis den GKV-Spitzenverband zu einem respektvollen Umgang auf. Apotheker müssten es sich nicht gefallen lassen, dass die Kassen sie als Kostentreiber darstellten, sagte der Verbandschef.

Unterstützt werden die Apotheker von der NRW-Patientenbeauftragten: Dr. Eleftheria Lehmann betonte angesichts einer alternden Gesellschaft die immer wichtiger werdende Rolle der Apotheker bei der persönlichen Arzneimittelberatung.

Der Verband setzt sich gemeinsam mit den Apothekenkammern Nordhrein und Westfalen-Lippe für eine bessere Aufklärung der Bevölkerung ein. Unter dem Motto „Hätten Sie es gewusst? Apotheken-Honorar auf den Punkt gebracht!“ informieren die Apotheker heute in die Düsseldorfer Altstadt Passanten. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe wollte sich an der Informationskampagne nicht beteiligen.

 

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