Lieferprobleme

Apotheker schicken Defekte-Liste an Bahr

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Berlin -

Immer häufiger klagen Apotheken und Krankenhäuser über Arzneimittelengpässe – doch die Politik sieht kein größeres Problem. Die Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) will nun Woche für Woche eine Liste mit Präparaten zusammenstellen, bei denen es Lieferprobleme gibt. Diese Aufstellung soll an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und den Gesundheitsausschuss des Bundestags geschickt werden.

Die Bundesvereinigung deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) und der Verband der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA) haben zugesagt, die Aktion der DGOP zu unterstützen. Beide Verbände schreiben nun ihre Mitglieder an und fordern sie auf, Daten zu liefern.

Die Apotheken informieren ADKA und VZA wöchentlich über die Defekte und melden Handelsnamen, Hersteller, Zeitraum der Nicht-Lieferfähigkeit und Kalenderwoche. Jeden Freitag sollen beide Verbände die Daten an die DGOP senden, die das Material bündelt und am darauf folgenden Montag an die Politiker schickt. DGOP-Präsident Klaus Meier rechnet damit, dass in zwei Wochen die erste Liste bei den Politikern ankommt.

Auf diese Weise sollten die politisch Verantwortlichen zum Handeln gebracht werden, so Meier. Man konzentriere sich auf onkologische Präparate, weil für diese kein einfacher Ersatz gefunden werden könne. In den vergangenen Wochen sei die Versorgung für größere Patientengruppen gefährdet gewesen, so Meier. Daher müssten dringend Schritte unternommen werden.

Die Listen sollen zunächst nicht veröffentlicht werden. Sollte sich nichts tun, könne man aus dem dann vorhandenen Material auch mehr machen, sagt Meier. Öffentliche Defekte-Listen sieht ADKA-Präsident Dr. Torsten Hoppe-Tichy allerdings kritisch: Eine Warnung, welche Arzneimittel knapp seien, führe zu Hamsterkäufen und verschärfe das Problem zusätzlich.

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