Krankenhäuser

Dramatischer Rückgang bei Klinikapotheken Julia Pradel, 13.06.2015 09:57 Uhr

Berlin - Die Krankenhausapotheke in Greven steht vor dem Aus. Der Fall ist beispielhaft für die Entwicklung im Bereich der Krankenhausapotheken. Klaus Tönne, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA), bestätigt, dass es einen kontinuierlichen Rückgang bei den Krankenhausapotheken gibt.

In besten Zeiten, in den 90er Jahren, habe es mehr als 600 Krankenhausapotheken gegeben. 2006 gab es immerhin noch 471 Apotheken, 2013 sank ihre Zahl unter 400. Ende des vergangenen Jahres gab es noch 389 Krankenhausapotheken. „Der Abfall ist dramatisch“, meint Tönne. Hintergrund für die Schließungen seien vor allem Krankenhausfusionen, wie im aktuellen Fall. In den vergangenen Jahren habe es im Krankenhausmarkt eine zunehmende Konzentration gegeben. Aber auch ohne Fusionen habe es Schließungen gegeben.

Auch die Zahl der Krankenhäuser ist rückläufig. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) gab es 1991 noch 2411 Kliniken, 2013 waren es nur noch 1996 Häuser. Die Zahl der Betten sank im gleichen Zeitraum von rund 666.000 auf 501.000. Im Gegenzug stieg die Zahl der Fälle von 14,6 Millionen auf 18,8 Millionen. Die Verweildauer sank von 14 auf 7,5 Tage.

Aus Sicht von Tönne ist der Rückgang bei den Krankenhausapotheken nur schwer zu verkraften. „Die Nähe zum Patienten wird erschwert“, so der ADKA-Geschäftsführer. Die verbleibenden Apotheken müssten mehr Betten über größere Distanzen versorgen.

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