Am 23. März sollen so viele Apotheken wie möglich bundesweit schließen. Überall organisieren sich Inhaber:innen untereinander und motivieren sich gegenseitig, am Streik teilzunehmen. Auch in Karlsruhe versuchen Kollegen, zur Solidarität aufzurufen. Das klappt nicht überall. „Die Zentral-Apotheke wird am 23. März offen bleiben, aber wir haben einige Aktionen geplant“, so Inhaber Henrik Rhode. Das trifft nicht überall auf Verständnis.
Grundsätzlich stehe er hinter dem Protest am 23. März, sagt Rhode. Seine beiden Filialapotheken, die Minerva- und Helena-Apotheke, werde er definitv schließen. „Aber die Hauptapotheke bleibt offen.“ Die Entscheidung begründet er hauptsächlich mit dem Umsatzausfall, aber auch mit geplanten Aktionen vor der Apotheke. „Wir wollen Unterschriften sammeln, Flyer verteilen und die Bevölkerung an einem Stand über die Situation aufklären“, so Rhode. „Wir wollen mit Antworten zur Verfügung stehen.“
Er wolle nicht, dass die Menschen sauer auf ihn sind, wenn er an dem Tag schließe. „Es soll im Großen und Ganzen auf Verständnis stoßen“, erklärt er. So sei es ihm wichtiger, in der Fußgängerzone groß zu informieren, als zu schließen. „Wir haben in der Stadt eine gewisse Stellung. Heißt: Wir erledigen sehr viele Aufgaben, die viele Apotheken aufgrund der aktuellen finanziellen Situation nicht mehr erfüllen können“, so Rhode. „Deswegen finde ich es wichtig, dass wir an einem Montag für die dringenden Fälle als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.“
Rein solidarisch schließe er seine beiden anderen Apotheken. Seinem Team stelle er frei, zu den Kundgebungen zu gehen. „Wir erachten es jedoch als sinnvoller, wenn alle zu unserer Kundgebung vor der Apotheke kommen, denn die Aufklärung vor Ort ist wichtiger“, so Rhode.
Weil er mit der Zentral-Apotheke die größte Apotheke in Karlsruhe betreibe, sei ihm seine Position als Vorreiter durchaus bewusst. „Ich bin mit der Entscheidung ganz offen umgegangen und habe die Gründe auch in den entsprechenden Gruppen hier in Karlsruhe ausführlich dargelegt“, erklärt Rhode. „Auch warum ich der Überzeugung bin, warum das dem ganzen Protest kein Abbruch tut, denn wir beteiligen uns mit entsprechenden Aktionen.“
Felix Maertin, Inhaber der Rhein-Apotheke und Erster Vorsitzender der Gruppe Karlsruher Apotheker bedauert die Entscheidung: „Gemeinsam haben wir versucht, möglichst viele Kolleginnen und Kollegen zusammenzutrommeln und zur Schließung zu motivieren.“ Dabei habe er schon viel Erfolg zu verzeichnen. „Es werden sich nie 100 Prozent beteiligen, aber die Solidarität ist enorm und wir kämpfen gemeinsam. Dass sich die Zentral-Apotheke nicht zur Schließung hinreißen lässt, ist schade, aber ich bin allen Kollegen dankbar, die mitmachen“, so Maertin.