„Mehr Geld für weniger Medikamente“

Arzneimittelausgaben steigen, aber nicht für Apotheken

, Uhr
Berlin -

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat für Arzneimittel – Impfstoffe nicht mitgerechnet – im vergangenen Jahr 56,4 Milliarden Euro ausgegeben. Das sind knapp 5 Prozent mehr, so die Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) auf Basis der Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren.

Die Abda weist drauf hin, dass währenddessen die Vergütung der Apotheken weitestgehend stagniert: „Im Januar 2025 verringerte zunächst noch ein erhöhter Honorarabschlag zugunsten der GKV die Vergütung. Im Gesamtjahr 2025 sank zudem die für die Vergütung maßgebliche Zahl der abgegebenen Medikamente um 1,5 Prozent auf 749 Millionen. Nur die geringer gewichtete, prozentuale Komponente des Apothekenhonorars konnte ein Absinken der Gesamtvergütung verhindern“, heißt es. Die genaue Honorarberechnung für 2025 gebe es noch nicht.

„Die Zahlen für das Jahr 2025 zeigen ganz nüchtern: Die Krankenkassen geben mehr Geld für weniger Medikamente aus“, so der DAV-Vorsitzende Dr. Hans-Peter Hubmann. „Denn neue und innovative Arzneimittel sind oft teurer als ihre Vorgänger. Mit einer bedarfsgerechten Verordnung dieser Arzneimittel lassen Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten am medizinischen Fortschritt teilhaben – und das ist auch gut so.“

„Gar nicht gut ist jedoch, dass die Apotheken als Leistungserbringer nicht am Fortschritt und Wachstum teilhaben, sondern im Gegenteil kaputtgespart werden. Seit 2013 musste jede fünfte Apotheke schließen, weil die Kosten um 65 Prozent gestiegen sind. Damals wurde das Festhonorar auf 8,35 Euro pro Packung festgesetzt, aber seitdem von der Politik nicht mehr angerührt“, so Hubmann.

Hier könnte nun die eindeutige Vereinbarung im Koalitionsvertrag greifen, das Fixum auf 9,50 Euro zu erhöhen, doch hier gehe es offenbar nicht voran. „Wir fordern Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat auf, die Apotheken finanziell zu stärken und eine patientenorientierte Versorgung zu ermöglichen. Damit die Wege für die Menschen zur nächsten Apotheke nicht noch weiter werden.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte