Rabattverträge

Experten erwarten Marktumbruch

, Uhr

Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Herstellern werden innerhalb der nächsten drei Jahre mehr als die Hälfte des generikafähigen Marktes abdecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Accenture. Die Mehrheit der rund zehn befragten Experten aus Kassen und Generikaindustrie war der Meinung, dass die Rabattverträge künftig den Markt dominieren werden. Die Fachleute schätzen, dass bereits heute etwa ein Viertel des deutschen Markts für generikafähige Arzneimittel im Rahmen von Rabattverträgen abgewickelt wird.

Nach Ansicht fast aller Befragten ist die Lieferfähigkeit eines der wichtigsten Kriterien für Rabattvereinbarungen. Hersteller könnten bei den Verhandlungen mit Transparenz punkten. Die Marktkenner sind sich sicher, dass die Verträge auch Auswirkungen auf die Personalstruktur des Marktes haben werden. Bislang wickeln Konzerne und Kassen die Verträge durch interne Spezialisten ab. Eine Alternative für die Hersteller sind nach Ansicht eines knappen Drittels der Experten neu einzurichtende Abteilungen und externe Dienstleister. Dagegen könnten vor allem im Außendienst zunehmend Stellen abgebaut werden.

Bei verschreibungspflichtigen patentgeschützten Medikamente spielen Rabatte nach Ansicht der Experten noch eine untergeordnete Rolle. Ihren Anteil schätzen die Fachleute auf höchstens zehn Prozent. Die Mehrheit geht davon aus, dass dieses Verhältnis in drei Jahren zwischen zehn und 25 Prozent liegen wird. Die Experten warnen allerdings auch vor negativen Konsequenzen: So könnten Pharma-Hersteller, deren Patente in Kürze auslaufen, für die betroffenen Präparate Rabattverträge abschließen, um den Generika-Wettbewerb zu behindern.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Vereinzelte Störungen gemeldet
E-Rezept-Stress am Morgen
Mehr aus Ressort
Podcast NUR MAL SO ZUM WISSEN
Apotheken umverteilen, und dann?!
Beratung statt Schmalspurversorgung
Telepharmazie: Das Gegenteil von Light-Filiale
Bessere Rahmenbedingungen für Praxen
Gesundheitsministerin unterstützt Ärzte-Protest

APOTHEKE ADHOC Debatte