Landtagswahl

„Empörend“: CDU bittet Apotheken um Wahlkampfspenden

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Berlin -

Anfang März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Der Wahlkampf geht in den Endspurt. Die CDU buhlt jedoch nicht nur um Wählerstimmen, sondern auch um Spenden. Der Spitzenkandidat der CDU, Manuel Hagel, wendet sich in einem Brief an die Apotheken und bittet um Wahlkampfspenden – Überweisungsschein inklusive.

„Die Apotheke vor Ort wollen wir als essenziellen Teil der medizinischen Daseinsvorsorge stärken und uns auf Bundesebene für gute Rahmenbedingungen einsetzen“, heißt es im Wahlprogramm der CDU zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg.

Zu den guten Rahmenbedingungen gehört aus Sicht der Apotheken vor allem die ausbleibende aber im Koalitionsvertrag vereinbarte Honorarerhöhung. Darauf wurde heute und morgen mit einem Korso von Botendienstautos im Rahmen des CDU-Parteitags in Stuttgart aufmerksam gemacht. Da verwundert es nicht, dass der Flyer der CDU mit der Bitte um Wahlkampfspenden in den Apotheken für Aufregung und Unverständnis sorgt. „In Anbetracht dessen, wie es die CDU seit Jahrzehnten verpasst hat, das Honorar anzugleichen, ist das empörend“, so eine Apothekerin, die den Brief heute erhalten hat.

„Wir sind auf der Zielgeraden. In wenigen Wochen entscheiden Sie, welchen Weg Baden-Württemberg einschlägt“, eröffnet Hagel das Schreiben. Die CDU setze auf Vernunft statt Ideologie und auf Weltoffenheit statt Abschottung. „Unser Land hat das Potenzial, wieder an der Spitze zu stehen – wirtschaftlich stark, technologisch führend und gesellschaftlich zusammenhaltend. Wir bringen die neue Kraft der bürgerlichen Mitte mit, die Probleme nicht nur benennt, sondern anpackt.“

Alles vorbereitet

Doch damit der Aufbruch gelingt, bittet Hagel persönlich um Unterstützung. Ein Wahlkampfendspurt brauche Energie – im übertragenen wie im finanziellen Sinne. „Ihre Spende hilft uns, diese Zuversicht ins ganze Land zu tragen. Sie investieren damit direkt in eine stabile Regierung, die Bildung, Wirtschaft und Wachstum wieder zur Chefsache macht und um jeden Arbeitsplatz kämpft.“

Dem Brief liegt ein Überweisungsträger bei – bereits ausgefüllt. Als Name des Spenders ist bereits die Apotheke eingetragen, der auch schon eine Spendennummer zugeteilt wurde. Als Alternative zum Zahlschein ist ein QR-Code aufgedruckt.

Und auch was mit der Spende passiert, verrät Hagel. Mit 500 Euro würden zusätzliche Flyer produziert, um auch in den letzten Tagen „wirklich jeden Haushalt“ zu erreichen. Mit 1000 Euro werde eine gezielte Social-Media-Kampagne gestartet, um tausende unentschlossene Wähler:innen punktgenau zu informieren. Mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro werden die Teams flächendeckend für den Haustürwahlkampf ausgestattet.

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