Immunsuppressiva

DAK: Rabattvertrag zu Ciclosporin

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Berlin -

Die DAK Gesundheit hat Rabattverträge über das Immunsuppressivum Ciclosporin und das Enzympräparat Pankreatin geschlossen. Jeweils drei Hersteller pro Wirkstoff wurden unter Vertrag genommen. Es sind die ersten Rabattverträge zu diesen Wirkstoffen. Die DAK hatte die Ausschreibung vor Gericht durchgesetzt.

 

Nach Protesten der Generikahersteller hatte die DAK Ciclosporin und Pankreatin aus der ursprünglichen Rabattrunde über 36 Wirkstoffen gestrichen. Im August hatte die Kasse dann aber eine eigene Ausschreibung gestartet. Eigentlich sollten die Verträge schon zum Jahreswechsel starten.

Doch die Hersteller hatten bei der Vergabekammer Beschwerde eingelegt. In dem Verfahren ging es unter anderem um die grundsätzliche Frage, ob biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe ausgeschrieben werden können. In der zweiten Instanz setzte sich die DAK Anfang des Jahres vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) endgültig durch. Die Kasse konnte Mitte Februar die Zuschläge erteilen, die Verträge starten am 15. April.

Trotz der grundsätzlichen Vorbehalte gegen die Ausschreibung haben die Generikahersteller Gebote abgegeben. Rabattpartner der DAK für Ciclosporin sind die Hexal-Tochter 1A Pharma, Teva und Dexcel. Außer den genannten Herstellern oder ihren Schwesterfirmen und dem Original Sandimmun von Novartis hat nur Mylan Dura ein Präparat auf dem Markt. Somit dürften zumindest bei dem Immunsuppressivum Umstellungen größtenteils vermieden werden können.

Anders sieht es bei Pankreatin aus, da mehrere Firmen den Wirkstoff im Sortiment haben. Den Vertrag gewonnen haben Abbott (Kreon), Berlin Chemie und Ratiopharm.

Die Rabattverträge gelten auch für die HEK - Hanseatische Krankenkasse, die hkk und die BKK Axel Springer. Nach dem Erfolg der DAK bleibt abzuwarten, ob nun auch andere Kassen Ausschreibungen zu biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen starten werden.

 

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