Apothekenhonorar

Becker: Taschenspielertricks der Kassen

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Berlin -

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) hat die Kritik der Krankenkassen an der geplanten Honorarerhöhung für Apotheken zurückgewiesen. „Wer sich auch nur oberflächlich mit den vorliegenden Zahlen auseinandergesetzt hat, weiß, dass die Ertragssituation der Apotheken in sechs der vergangenen acht Jahre klar rückläufig war“, sagt der LAV-Vorsitzende Fritz Becker.

 

Der GKV-Spitzenverband sowie die Spitzenverbände von AOK und BKK hatten die Datenbasis zur geplanten Honorarerhöhung um 25 Cent infrage gestellt. „Das ist doch ein durchsichtiger Taschenspielertrick, den jeder kennt: Wenn du keine guten eigenen Argumente hast, dann bezweifle zunächst einfach die Datenbasis“, kommentiert Becker.

Die Politik habe die von den Apothekern vorgelegten Zahlen nicht bezweifelt, so Becker. Allerdings habe das Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) falsch gerechnet_ Das Ministerium hatte den Zuwachs bei den Roherträgen mit den gestiegenen Mehrausgaben im Sach- und Personalkostenbereich verrechnet. „Mit einer solchen Rechnung werden die Leistungen der Branche nicht nur nicht wertgeschätzt, sondern sie werden bestraft“, so Becker. Dass insbesondere die Mehrbelastung aus der Umsetzung der Rabattverträge nicht berücksichtigt werde, sei nicht hinnehmbar.

Becker, der auch Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV) ist, stellt sich auch gegen eine weitere Forderung der Kassen: Deren Spitzenverbände wollen wegen der geplanten Honorarerhöhung weitere Kostensteigerungen in den Apotheken bei den anstehenden Verhandlungen zum Kassenabschlag ausklammern. „Die Schiedsstelle hat einen klaren Kriterienkatalog zur Bemessung der Abschlagshöhe vorgegeben, nach dem zukünftig zu berechnen ist. Einseitige Forderungen von Krankenkassen oder entsprechende, dem BMWi juristisch nicht zustehende Vorgaben in dieser Sache, werden wir nicht akzeptieren“, kündigt Becker an.

 

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