Keine Zahlen am Wochenende

BDI-Präsident kritisiert deutsche Corona-Politik

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Berlin -

BDI-Präsident Siegfried Russwurm hat die deutsche Corona-Politik scharf kritisiert. Im Herbst droht eine neue Corona-Welle – eventuell mit Varianten. Das Infektionsgeschehen lässt sich dabei nur noch teilweise erfassen. Am Sonntag gibt es beispielsweise keine aktuellen Zahlen des RKI.

Mit Blick auf den Herbst sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Ich bin sehr besorgt. Eine neue Corona-Welle wird immer wahrscheinlicher.“ Zudem werde man Virus-Mutationen haben. „Die Politik läuft sehenden Auges in diese Situation und tritt seit zwei Jahren auf der Stelle. Das macht mich fassungslos“, kritisierte er. „Noch immer gibt es keine vernünftige Datenlage, noch immer werden Inzidenzen per Hand eingesammelt, mit Zeitverzug. Nach einem Feiertagswochenende etwa wissen wir nicht, was los war, weil die zuständigen Stellen nicht gearbeitet haben.“

Doch nicht nur an den Feiertagen fehlen Daten – auch am Wochenende werden Fallzahlen nicht erfasst. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete diesen Sonntag keine Fallzahlen. Der Grund: Viele Bundesländer würden am Wochenende gar keine oder nicht vollständige Zahlen melden. „Da am Wochenende nur noch wenige Gesundheitsämter und Landesbehörden Daten an das RKI übermitteln, werden keine Daten am RKI eingelesen, so dass es bei den absoluten Fallzahlen keine Veränderung zum Vortag gibt. Am Wochenende ist die Übermittlung durch Gesundheitsämter gesetzlich nicht verpflichtend.“, heißt es auf seiner Internetseite des RKI.

Auf die Frage, mit welchen Folgen er für die Industrie rechne, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): „Es ist jedenfalls kein Konzept, bis Oktober abzuwarten, um dann erst den einen Lösungsweg auszuprobieren und dann den nächsten und so die ohnehin schon angespannte wirtschaftliche Lage weiter zu verschärfen.“ Als Bürger dieses Landes müsse er sagen: „Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ Nach Russwurms Ansicht bekämpft die Industrienation Deutschland die Pandemie im dritten Jahr immer noch mit den Mitteln des frühen 20. Jahrhunderts. Das sei „wirklich verstörend“.

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