AOK-Rabattverträge

„Apotheker- Überzeugungs- Marketing“

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Die AOK hat ihr Rabattvertragsmodell mit exklusiven Zuschlägen für einen Hersteller verteidigt. Kleine und mittelständische Unternehmen müssten so nicht befürchten, vom Apotheker gegen einen großen Gewinner mit „pekuniärer Überzeugungskraft“ ausgetauscht zu werden, sagte AOK-Verhandlungsführer Dr. Christopher Hermann. Das gebe Planungssicherheit für die Unternehmen hinsichtlich der Absatzmengen und mache zugleich teures „Apotheker-Überzeugungs-Marketing“ überflüssig.

Die Mittelständler bekennen sich Hermann zufolge zu den exklusiven Zuschlägen: „Denn sind die kleinen Firmen beispielsweise Gewinner Nummer zwei von drei und haben einen großen Konkurrenten im Boot, dann wird dieser regelmäßig in der Apotheke bevorzugt und die Mittelständler können ihren Zuschlagsgewinn in der Pfeife rauchen.“

In der vergangenen Woche war die Angebotsfrist für die neue Ausschreibung der AOK abgelaufen. Die Kasse hatte 87 Wirkstoffe mit einem Marktvolumen von 1,4 Milliarden Euro ausgeschrieben. Hermann zufolge haben 90 Unternehmen Gebote abgegeben. Die Verträge sollen 2010 in Kraft treten und zwei Jahre laufen.

Angesichts der politischen Debatte über den Sinn von Rabattverträgen, verteidigte Hermann die Ausschreibungen: „Wir reden hier von einem erreichten Einsparvolumen von rund 800 Millionen Euro allein für die laufenden Rabattverträge 2009 bis 2011. Mit keinem anderen marktwirtschaftlichen Steuerungsinstrument können wir derart massive und dringend notwendige Kosteneinsparungen realisieren.“

Die Dominanz weniger Anbieter teurer Markengenerika sei erst durch die AOK-Rabattverträge gebrochen, so Hermann: „Die AOK-Verträge haben erstmals echten Wettbewerb in den verkrusteten Generikamarkt gebracht, der bis zu unseren ersten ausgeschriebenen Rabattverträgen 2007 einem weitgehend abgeschotteten Hochpreis-Oligopol glich“, so der Vize der AOK Baden-Württemberg.

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