Protestapotheker setzen ABDA Fristen | APOTHEKE ADHOC
Standespolitik

Protestapotheker setzen ABDA Fristen

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Berlin -

Der Schriftwechsel zwischen einer Gruppe von Protestapothekern und ABDA-Präsident Friedemann Schmidt geht in die nächste Runde. Schmidt hatte auf sechs Fragen der Apotheker zu den aktuellen Tätigkeiten der Standesvertretung eine ausführliche Antwort geschrieben. Die Pharmazeuten sind von den „Allgemeinplätzen“ des ABDA-Präsidenten aber enttäuscht und werden lauter: Sie setzen der ABDA Fristen, bis zu denen ihre Forderungen erfüllt werden sollen.

In ihrem ersten Brief hatten die Protestapotheker unter anderem Fragen zur Reaktion der ABDA auf die Forderung des GKV-Spitzenverbandes, den Apothekenmarkt zu liberalisieren. Sie hatten sich auch nach dem aktuellen Stand in Sachen „Erneuerung des Berufsbildes“, der Vergütung des Medikationsmanagements sowie der künftigen Zusammensetzung des Apothekenhonorars erkundigt.

In seiner Antwort erklärte Schmidt, dass weiterhin am neuen Leitbild gearbeitet werde, auf dem diesjährigen Deutschen Apothekertag (DAT) sollten erste Ergebnisse vorgestellt werden. Er verteidigte zudem die ABDA, weil diese die Apothekerschaft schon seit Jahrzehnten erfolgreich verteidige. Allerdings dürfe man Forderungen wie denen des GKV-Spitzenverbandes durch „lautes Gezeter“ auch nicht zu viel Platz einräumen.

Abgesehen von der Schnelligkeit sei die Antwort sehr enttäuschend gewesen, konstatieren die Protestapotheker. „Die Standesführung sollte lernen, dass wir uns nicht mehr mit solchen Beruhigungspillen zufrieden geben“, heißt es in dem zweiten Brief an den ABDA-Präsidenten. Die Pharmazeuten verlangen von Schmidt daher eine erneute Reaktion.

Aus dem Fragebogen der Apotheker ist nun allerdings ein ziemlich konkreter Forderungskatalog geworden: Die ABDA solle bis zum Ende des Jahres einen Zeitplan und ein Konzept vorlegen. Eine Umfrage soll zeigen, wo sich die Apotheker in fünf oder zehn Jahren sehen.

Zudem verlangen die Apotheker, dass die ABDA bis zum DAT 2013 ein Konzept erarbeitet, mit welcher Personalie und mit welchem Budget eine Teilnahme der ABDA im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) etabliert werden kann. In ihren ersten Fragen hatten die Apotheker diesen Punkt noch nicht angesprochen.

Ein weiteres Konzept solle die ABDA zum Apothekenhonorar erarbeiten. Frist in diesem Fall: Ende des Jahres. Auch in diesem Fall sollten vorab alle Apotheker nach ihren Vorstellungen zur Vergütung befragt werden.

Sogar bis zum 10. September soll die ABDA ein Umfrage zum Thema „Leitbild“ durchführen. Die Ergebnisse sollen schon auf dem DAT diskutiert werden können, so die Begründung für die kurze Frist.

Die Protestapotheker stellen schließlich fest, dass sie weiterhin eine Sachdiskussion führen möchten und fordern Schmidt dazu auf, „klaren, nachprüfbaren Aussagen“ zu liefern – „wie es sich für den Präsidenten einer Spitzenorganisation, die eine Branche mit Milliardenumsatz vertritt, gehört.“ Auch Schmidts Ziel müsse es sein, das derzeitige Bild von der ABDA „rostigem Tanker, der zu schwerfällig ist“, zu korrigieren.

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