Veganer vor Vegetariern

Vitamin B12: Jeder Vierte ist unterversorgt

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Berlin -

Vitamin B12 ist ein lebensnotwendiges Vitamin, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Umso wichtiger ist eine ausreichende Aufnahme über Lebensmittel oder bedarfsweise Supplemente. In Deutschland ist jedoch jeder Vierte unterversorgt, wie eine Auswertung des Healthtech-Unternehmens cerascreen zeigt.

Vitamin B12 ist essenziell für den Energiestoffwechsel, die Blutbildung und ein gesundes Nervensystem. Wie viel über die Nahrungsaufnahme in den Körper gelangt, ist stark abhängig von der jeweiligen Ernährungsform. Veganer:innen und Vegetarier:innen haben es demnach schwerer, den Bedarf zu decken, da Cobalamin vor allem über tierische Lebensmittel aufgenommen wird.

Symptome eines B12-Mangels

Ein Mangel entwickelt sich meist schleichend über Jahre, da die Leber große Mengen speichern kann. Wenn die Speicher leer sind, zeigt sich das oft durch eine Kombination aus körperlicher Schwäche und neurologischen Problemen. Typische Symptome:

  • Eine Anämie äußert sich durch ständige Müdigkeit, Blässe und eine verminderte Leistungsfähigkeit. Typisch ist auch Kurzatmigkeit bei Belastung.
  • Neurologische Störungen können auftreten, wie Kribbeln in Händen oder Füßen, Taubheitsgefühle oder ein unsicherer Gang.
  • Psychische Veränderungen rufen Konzentrationsschwäche, Gedächtnislücken, depressive Verstimmungen oder ständige innere Unruhe hervor.
  • Es kann auch zu Schleimhautveränderungen kommen. Typisch sind eine glatte, rote und brennende Zunge (Hunter-Glossitis) oder Risse in den Mundwinkeln.

Laut einer Erhebung von cerascreen ist jeder vierte Deutsche von einem B12-Mangel betroffen. Grundlage der Untersuchung sind mehr als 2000 anonymisierte Blutwerte, die im Zeitraum von 2023 bis 2024 erfasst wurden. Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede zwischen omnivorer, vegetarischer und veganer Ernährung.

Vegetarier unter dem Durchschnitt

Personen, die sich sowohl pflanzlich als auch tierisch ernähren, sind mit 74,8 Prozent am häufigsten ausreichend versorgt und liegen damit leicht über dem Gesamtdurchschnitt aller Personen von 71,3 Prozent. Bei Veganer:innen liegt der Anteil der Optimalversorgten bei 67,6 Prozent, bei Vegetarier:innen nur noch bei 61,1 Prozent und damit unter dem Durchschnitt. Der Normalbereich wird definiert mit einem Wert, der mehr als 50 pmol/l beträgt. Werte unter 35 pmol/l wurden als entleerte Vitamin-B12-Speicher eingeordnet und Werte zwischen 35 und 50 pmol/l als fast entleerte Speicher.

Nicht nur Ernährung schuld

Die Ergebnisse deuten laut cerascreen darauf hin, dass nicht allein der Verzicht auf tierische Produkte entscheidend sei, sondern vor allem der bewusste Umgang mit der Vitamin-B12-Zufuhr. Neben der Ernährungsweise spielen auch Vorerkrankungen sowie Alter und Geschlecht eine Rolle für den Vitamin-B12-Haushalt.

Besonders deutlich zeigen sich Unterschiede bei bestimmten Erkrankungen:

  • Personen mit Asthma weisen überdurchschnittlich häufig niedrige Vitamin-B12-Werte auf. Lediglich 56 Prozent der getesteten Asthma-Patient:innen verfügen über eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung.
  • Demgegenüber liegen die Werte bei Personen mit Durchfall deutlich höher. 88,9 Prozent der Betroffenen befinden sich im Normalbereich.

Einfluss von Alter und Geschlecht

Ebenso zeigen Alter und Geschlecht einen messbaren Einfluss auf die Vitamin-B12-Versorgung. Personen zwischen 18 und 29 Jahren waren zu 66 Prozent im Normalbereich, während die über 70-Jährigen besser abschnitten. In dieser Altersgruppe wiesen 76 Prozent Werte im Normalbereich auf. Die 30 bis 69-Jährigen hatten im Vergleich häufiger entleerte Vitamin-B12-Speicher. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern fielen moderat aus. So sind laut den Erhebungen Männer mit 72,5 Prozent etwas häufiger ausreichend versorgt als Frauen mit 70,7 Prozent. Entleerte oder fast entleerte Vitamin-B12-Speicher treten bei Frauen geringfügig häufiger auf als bei Männern.

„Die Auswertung zeigt, dass verschiedene Faktoren die Vitamin-B12-Versorgung beeinflussen können. Entscheidend ist dabei weniger die konkrete Ernährungsform als ein informierter und bewusster Umgang mit der Vitamin-B12-Zufuhr – etwa indem man den eigenen Status kennt und bei Bedarf gezielt ergänzt“, erklärt Olaf Schneider, Gründer und CEO von cerascreen.

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