Lilly mit Servicetool

Temperaturabweichungen: Ampel für Apothekenteams

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Berlin -

Beim Transport und bei der Lagerung temperaturempfindlicher Arzneimittel kann es schnell zu einer Panne kommen: Lieferverzögerungen, ein Stromausfall oder Unachtsamkeit beim Wegsortieren – immer stellt sich danach den Apothekenteams die Frage: Kann das Arzneimittel trotzdem noch abgegeben werden?

Wenn in der Apotheke Ware verbucht wird, wird es je nach Anzahl der Großhandelskisten auch mal chaotisch: Ein Teammitglied bucht die Arzneimittel ein, jemand anderes räumt sie weg – von Abholern, Nachlieferaufträgen bis zur Lagerware. Dabei kann auch mal ein kühlpflichtiger Artikel im falschen Regal landen, bis der Fehler auffällt, kann einige Zeit vergangen sein. Dabei kann das QMS noch so gepflegt sein, Fehler sind menschlich und können im hektischen Apothekenalltag passieren: Vielleicht lag das kühlpflichtige Paket auch mal länger im Backoffice, weil sich niemand kümmern konnte, oder durch einen Stromausfall konnte der Kühlschrank nicht entsprechend arbeiten. Eventuell wurde auch beim Packen für die Botendienste statt einer Kühlbox eine Papiertüte verwendet.

Unmittelbare Verfügbarkeit

In all diesen Fällen folgen in der Regel aufwendige Recherchen und Nachfragen beim Hersteller, ob das Präparat noch abgegeben werden kann – der Patient oder die Patientin muss eventuell abwarten, ob eine neue Packung bestellt werden muss. Im schlimmsten Fall muss das Arzneimittel vernichtet werden, es drohen hohe Wertverluste für die Apotheken.

Hersteller Lilly, zu dessen Portfolio neben Insulinen auch Hochpreiser wie monoklonale Antikörper und Peptidhormone gehören, bietet daher unter anderem für Apotheken jetzt ein Online-Service-Tool an, mit dem die Verwendbarkeit der unternehmenseigenen Arzneimittel nach Temperaturabweichungen unverzüglich abgefragt werden kann.

Dokumentationshilfe

Unter anderem müssen die Apotheken Fragen beantworten zu Anzahl und Ausmaß der Temperaturabweichungen, um welches Präparat es sich handelt und ob sich dieses noch in der Originalverpackung befindet. Dann gibt das Tool grünes Licht oder vermittelt in komplizierteren Fällen einen Kontakt zur Hotline des Herstellers. Zur Dokumentation können die Ergebnisse von den Apotheken ausgedruckt und abgeheftet werden.

Der Hersteller weist allerdings darauf hin, dass die Bewertung „nur für bereits stattgefundene Temperaturabweichungen angewendet werden. Sie darf nicht zur Vorhersage der Auswirkungen von zukünftigen Temperaturabweichungen verwendet werden.“

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