OTC-Produkte

Bayer bringt Aspirin 2.0 in Apotheken

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Berlin -

Beständigkeit ist Stärke und Schwäche zugleich für prominente OTC-Marken: Einerseits sind bestimmte Erlöse sicher, andererseits ist der Lebenszyklus der Produkte aus Marketingaspekten zu lang. So sehen sich die Hersteller gezwungen, immer neue Varianten auf den Markt zu werfen. Bayer bringt ab 1. Juli ein neues Aspirin in die Apotheken.

Seit 2008 sind die Umsätze bei Aspirin rückläufig: Zuletzt sanken die Erlöse weltweit um 6 Prozent von 494 auf 464 Millionen Euro. Dennoch ist Bayer laut eigenen Angaben mit Aspirin vor Thomapyrin (Boehringer Ingelheim) und Dolormin (McNeil/J&J) Marktführer nach Umsatz bei den OTC-Analgetika.

In Deutschland hat Thomapyrin mit rund 65 Millionen Euro die Nase vorn, gefolgt von Aspirin plus C und Dolormin mit je rund 60 Millionen Euro. Erst weiter hinten folgt die Aspirin-Tablette mit rund rund 40 Millionen Euro, vor Voltaren dolo (Novartis) und Paracetamol von Ratiopharm, dem nach Packungen am häufigsten abgegebenen OTC-Analgetikum.

Um den Klassiker wieder nach vorne zu bringen, hat Bayer Aussehen und Galenik verändert: Ab 1. Juli ist in den Apotheken ein neues Aspirin erhältlich. Die alte Tablette wird nur noch abverkauft und verschwindet aus dem Sortiment.

Das neue Aspirin wirkt laut Studien doppelt so schnell wie das herkömmliche Präparat. Grund sind 90 Prozent kleinere Wirkstoffkristalle sowie der Zusatz des Zerfallsbeschleunigers Natriumcarbonat, der eigentlich bei Brausetabletten eingesetzt wird. In der Folge lösen sich die Filmtabletten sechsmal schneller im Magen auf. „Das ist ein ganz toller Meilenstein in der Geschichte von Aspirin“, sagt Stefan Meyer, OTC-Chef für Bayer in Deutschland.

Die neue Marke wird zunächst in Deutschland, dann Italien und Mexiko eingeführt. Sukzessive soll ab dem nächsten Jahr die Produktion für weitere europäische und lateinamerikanische Staaten anlaufen. In den USA ist die Tablette unter dem Namen Bayer Advanced Aspirin bereits seit 2012 auf dem Markt.

Aspirin wurde 1899 zunächst als Pulver eingeführt, ein Jahr später als Tablette. 1971 kam in Deutschland die Brausetablette Aspirin Plus C auf den Markt, 1992 folgte die Kautablette Aspirin Direkt. 2000 launchte Bayer Aspirin Migräne, 2001 die Brausetablette Aspirin Akut, 2003 Aspirin Complex und das Granulat Aspirin Effect.

Im Gesamtgeschäft mit den OTC- und Freiwahlprodukten (Consumer Care) setzte Bayer zuletzt rund 3,9 Milliarden Euro um (plus 5,1 Prozent). Im OTC-Bereich von Bayer ist Aspirin das umsatzstärkste Präparat, im gesamten Bereich Health-Care das zehntstärkste. Nach der jüngsten Übernahme der OTC-Sparte von Merck steigt Bayer nach eigenen Angaben weltweit zum zweitgrößten Anbieter von OTC-Produkten nach GlaxoSmithKline/Novartis auf. Ziel ist es, Branchenprimus zu werden.

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