Preisverhandlungen

Anoro günstiger als Kombi-Therapie

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Berlin -

Der GKV-Spitzenverband und GlaxoSmithKline (GSK) haben sich auf einen Erstattungsbetrag für das Kombinationspräparat Anoro (Umeclidinium/Vilanterol) geeinigt. Die Fixkombination ist laut GSK günstiger als die Vergleichstherapie mit einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) und einem langwirksamen Muskarin-Antagonisten (LAMA).

Anoro ist für die bronchialerweiternde Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung bei erwachsenen Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassen. Umeclidinium ist ein LAMA, Vilanterol ein LABA. Die einzelverblisterten Wirkstoffe werden mit dem neu entwickelten Trockenpulver-Inhalator Ellipta einmal täglich inhaliert.

In acht klinischen Studien mit mehr als 6800 COPD-Patienten wurde die Kombination mit Placebo und mit der bekannten Standardmedikation Tiotropium verglichen. Anoro konnte die Lungenfunktion von COPD-Patienten signifikant verbessern. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sah jedoch keinen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie, die aus LABA, LAMA oder einer Kombination bestand.

Entsprechend weit musste GSK den Preis für das neue Medikament absenken. Zumindest für COPD-Patienten, die eine fixe LAMA/LABA-Wirkstoffkombination benötigen, ist Anoro laut Hersteller die derzeit günstigste Behandlungsalternative. Derzeit kostet eine N2-Packung Anoro 75,66 Euro im Verkauf. Der neue Preis von 59,02 Euro gilt einer GSK-Sprecherin zufolge rückwirkend ab dem 15. Juli und wird ab August in der Software gelistet. Apotheken könnten die Differenz über den Lagerwertverlustausgleich geltend machen.

GSK-Geschäftsführer Dr. Sang-Jin Pak bewertet die Verhandlungen als Erfolg für die Patienten: „Ich freue mich, dass mit der Vereinbarung die Versorgung der COPD-Patienten mit dieser Wirkstoffkombination in einem einfach anzuwendenden Inhalator sichergestellt wird.“

Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, erklärte, die Verhandlungen seien schwierig gewesen, hätten sich jedoch durch gegenseitigen Respekt und Fairness ausgezeichnet. „Diese Einigung zeigt einmal mehr, dass das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz funktioniert und auch bei Arzneimitteln ohne belegten Zusatznutzen ein Verhandlungsergebnis möglich ist.“

In der Pharmabranche läuft seit längerem ein Wettstreit um die Kombination aus LABA und LAMA. Die neue Gruppe soll bei der COPD-Behandlung zum Standard werden. Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte im Februar 2014 gleichzeitig die Zulassung für Ulunar (Indacaterol/Glycopyrroniumbromid) von Novartis und für das LAMA-Monopräparat Incruse von GSK empfohlen.

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