Nebenwirkungen

Pfizer warnt vor Exubera

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Durch die Anwendung des inhalierbaren Insulins Exubera kann es zu Lungenkrebs kommen, warnt der Pharmakonzern Pfizer. Darauf habe die Auswertung klinischer Studien hingewiesen. Die Warnung kommt nur ein halbes Jahr nachdem das Unternehmen die Produktion und den Vertrieb des einstigen Hoffnungsträgers aufgrund unerfüllter Erwartungen weltweit eingestellt hat.

Sechs von 4740 mit Exubera behandelten Patienten hätten in Studien Lungenkrebs entwickelt; in der Kontrollgruppe mit 4292 Probanden sei ein Fall aufgetreten. Zusätzlich berichtet Pfizer von einem Patienten, der nach Markteinführung des Insulinsprays an Bronchialkarzinom erkrankte. Die Häufigkeit der Erkrankungen sei zu gering, um derzeit festzustellen, ob ein Zusammenhang mit Exubera besteht, schreibt der Hersteller in einer Mitteilung. In dem neuen Sicherheitshinweis wird allerdings darauf hingewiesen, dass alle betroffenen Patienten ehemalige Raucher waren. US-amerikanische Ärzte und Patienten, die mit dem Arzneimittel behandelt werden, wurden mit einem Brief auf die Sicherheitsbedenken aufmerksam gemacht.

Weil die erwarteten Umsätze von 2 Milliarden US-Dollar pro Jahr ausblieben, hatte Pfizer im Oktober vergangenen Jahres die Vermarktung des Produkts eingestellt. Die Lizenz ging damit an die Firma Nektar zurück, die das Diabetes-Medikament entwickelt hatte. Nektar hatte nach Bekanntwerden der Nebenwirkungen angekündigt, jegliche Gespräche mit potenziellen Vertriebspartnern abzubrechen.

Nach dem Scheitern von Exubera hatten auch die beiden Hersteller Eli Lilly und Novo Nordisk ihre Programme zur Entwicklung inhalierbaren Insulins beendet.

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