Bei Ozempic (Semaglutid) und Trulicity (Dulaglutid) kam es ab 2022 zu Lieferengpässen, die die Versorgung von Diabetiker:innen gefährdeten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schaltete sich im Frühjahr 2023 ein und sprach Empfehlungen aus, um die Versorgung zu sichern. Weil inzwischen – knapp drei Jahre später – für die GLP-1-Rezeptoragonisten eine bedarfsgerechte und kontinuierliche Verfügbarkeit festgestellt wurde, wurden die Empfehlungen aufgehoben.
Als das BfArM 2023 vermehrt Meldungen über die eingeschränkte Verfügbarkeit von Arzneimitteln aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten erhalten hatte, wurden unter anderem die Empfehlungen ausgesprochen, Ozempic nicht unter Vorlage eines Arztausweises abzugeben oder außerhalb der Indikation zu verordnen. Auch auf Privatrezepten sollte die Indikation angegeben werden. Außerdem sollte die verordnete Menge einen Bedarf von drei Monaten nicht übersteigen.
Ozempic wird zur Behandlung von Erwachsenen mit unzureichend kontrolliertem Diabetes mellitus Typ 2 als Zusatz zu Diät und körperlicher Aktivität angewendet. Allerdings kam das Arzneimittel häufig – ohne Zulassung – bei Übergewichtigen zum Abnehmen zum Einsatz. Ein gefährlicher Trend, der die angespannte Versorgungslage angefeuert und die bestehende Therapie von Diabetiker:innen gefährdet hat.
Vor kurzem hat der Beirat für Liefer- und Versorgungsengpässe auf Grundlage der aktuellen Daten die Versorgungslage bewertet und einstimmig beschlossen die Empfehlung zur Sicherstellung der Versorgung von Patient:innen mit Typ-2-Diabetes mit den GLP-1-Agonisten Trulicity und Ozempic aufzuheben. Denn die Daten zeigen eine stabile bedarfsgerechte und kontinuierliche Verfügbarkeit der Arzneimittel.
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