Ototoxische Medikamente

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Berlin - Weltweit leben 1,6 Milliarden Menschen mit Hörverlust. Für die Abnahme der Hörleistung gibt es zahlreiche Ursachen. Neben dem Alter und allgemeinem Lärm gibt es zahlreiche weitere Ursachen für die Entstehung einer Hörminderung. Auch Arzneimittel können zum Hörverlust führen.

Die Ohren dienen dem Hören – Schallwellen werden von der Hörmuschel eingefangen und im Inneren über die Hörschnecke weitergeleitet. Durch den Hörnerv werden Signale aus dem Ohr zentral ans Gehirn weitergeleitet: Schall wird als Ton wahrgenommen. Durch äußere Verletzungen kann das Organ beschädigt und die Hörleistung gemindert werden. Gleiches ist bei Tinnitus oder einer Mittelohentzündung der Fall – der Betroffene empfindet subjektiv ein verschlechtertes Hörvermögen. Bei einer Entzündung können Beschwerden medikamentös gelindert werden.

Gründe für Hörminderung und Hörverlust

Hörminderungen können auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Neben Lärm und fortgeschrittenem Alter können auch genetische Faktoren zu einer verminderten Hörleistung führen. Auch direkte Erkrankung des Gehörapparates oder Infektionen können den Sinn schwächer werden lassen. Einige Medikamente wie die Aminoglykosid-Antibiotika gelten als ototoxisch. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Gentamycin, Streptomycin und Neomycin. Auch einige Zytostatika können den Hörnerv schädigen. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass es bei über 70 Prozent der Patienten, die mit Cisplatin behandelt werden, zu einer beginnenden Schädigung des Hörvermögens kommt. Wie bei fast allen Erkrankungen stellen auch ein übermäßiger Alkoholverzehr und die Nikotinsucht Risikofaktoren dar.

Eine Schädigung des Innenohrs kann nicht nur zum Hörverlust, sondern auch zum Gleichgewichtsverulst führen. Denn neben der Hörschnecke, die das akustische Signal in elektrische Impulse umwandelt, gibt es noch den zweiten Teil des Innenohrs – das Gleichgewichtsorgan. Es setzt sich aus den Bogengängen und den Makulaorganen zusammen. Diese Bogengänge können alle Drehbewegungen des Kopfes wahrnehmen und verarbeiten. So kann der Organismus die Informationen korrekt verarbeiten und es entsteht ein Gleichgewicht.

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