Ophthalmika

Kanamytrex: Vorerst außer Handel

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Berlin -

Kanamytrex (Kanamycin) ist auch weiterhin nicht lieferbar. Grund sind Probleme bei der Lieferung des Wirkstoffes. Der Hersteller Alcon hat sein Ophthalmikum daher zunächst vollständig vom Markt genommen. Auch Ursapharm kommt mit der Produktion nicht nach und meldet Lieferprobleme für die Augensalbe.

Schon seit mehreren Monaten kann die Novartis-Tochter Kanamytrex nicht mehr liefern. Betroffen sind Augentropfen, Augensalbe und die Kombipackung. Wann die Produkte wieder lieferfähig sein werden, ist derzeit nicht klar. Bis auf Weiteres könne keine neue Auslieferung geplant werden, so der Hersteller. Alcon verweist darauf, dass auf den strukturell eng verwandten Wirkstoff Tobramycin ausgewichen werden kann. Mit Tobamaxin hat der Hersteller selbst ein passendes Produkt im Sortiment. Wie Kanamycin ist das Aminoglykosid-Antibiotikum zur lokalen Behandlung bakterieller Infektionen des Auges indiziert.

Kanamytrex ist ein oft verschriebener Wirkstoff bei Augenleiden. Außer von Alcon wird der Wirkstoff als Kanamycin-POS von Ursapharm angeboten. Allerdings hat auch der Spezialist aus Saarbrücken Lieferprobleme: Aufgrund von Engpässen in der Herstellung können derzeit nur die Augentropfen geliefert werden. Die Salbe bleibt auf unbestimmte Zeit defekt.

Insgesamt wurden 2014 von Kanamycin-Ophthalmika laut Arzneiverordnungs-Report neun Millionen Tagesdosen (DDD) verordnet. Damit liegen die Produkte hinter der Gruppe der Fluorochinolone (54,8 Millionen DDD) und den Gentamicin-haltigen Augentropfen (17,2 Millionen DDD) auf Rang 3. Tobramycin ist mit 0,3 Millionen DDD eher unbedeutend.

Komplett vom Markt verschwindet zum 15. Januar das Schlafmittel Edluar (Zolpidem). Der Hersteller Meda hatte die Sublingualtabletten bereits seit Jahren nicht mehr beworben und sich nun entschlossen, ganz auf das Produkt zu verzichten. Die Nachfrage sei zu gering, so Deutschlandchef Dan Furrer. Edluar war mit der Übernahme von Rottapharm mit ins Portfolio von Meda gekommen. Patienten müssen nun auf normale Tabletten zurückgreifen. Hierzulande sind neben Stilnox und Bikalm von Sanofi verschiedene Generika in den Dosierungen 5 und 10 mg auf dem Markt.

2014 war das Schlafmittel in die Kritik geraten: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte aufgrund von Meldungen über Unfälle, die möglicherweise mit dem sedierenden Effekt von Zolpidem zusammen hingen, neue Warnhinweise erlassen. So müssen zwischen der Einnahme des Schlafmittels und Tätigkeiten, die eine uneingeschränkte Fahrtauglichkeit erfordern, mindestens acht Stunden liegen.

Vor allem Frauen sind nach der Einnahme vor dem Schlafengehen am nächsten Morgen von Müdigkeit und Abgeschlagenheit betroffen: In Studien wiesen 15 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer acht Stunden nach der Einnahme von 10mg Zolpidem Blutspiegel von mehr als 50ng/ml auf.

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