Lilly mit Exenatid-Wochenspritze

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Der Pharmakonzern Lilly bringt im September ein Antidiabetikum auf den Markt, das nur einmal pro Woche appliziert werden muss. Enthalten ist der Wirkstoff Exenatid als Trockenpulver, der vor der Injektion im Lösungsmittel suspendiert wird. Das biotechnologisch hergestellte Polypeptid, das ursprünglich aus dem Speichel einer nordamerikanischen Echsenart isoliert wurde, ist ein Agonist an Glucagon-like Peptid1-Rezeptoren (GLP-1) und stimuliert in den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse die Insulin-Ausschüttung.

Exenatid ist auch der Wirkstoff des Lilly-Produkts Byetta, das allerdings zweimal täglich injiziert werden muss. Zugelassen ist Bydureon zur Anwendung bei Typ-2-Diabetikern in Kombination mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder einem Glitazon beziehungsweise Metformin plus Sulfonylharnstoff oder Glitazon. Der Patient kann das Inkretin-Mimetikum in Eigenregie injizieren.

Jeder fünfte Nutzer reagiert mit Übelkeit, die im Lauf der Behandlung allerdings nachlässt. Andere Nebenwirkungen sind Brechreiz, Diarrhö und Obstipation. Außerdem wirkt Exenatid gewichtsreduzierend. In den USA ist Bydureon noch nicht zugelassen; die FDA hatte Ende weitere Daten gefordert. Lilly will die Unterlagen im zweiten Halbjahr einreichen.

Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus dem Jahr 2008 dürfen Ärzte Byetta nur an Patienten mit Hypoglykämiegefährdung verordnen, da Exenatid glucoseabhängig wirkt. Allerdings darf kein absoluter Insulinmangel bestehen und das Therapieziel zuvor mit Kombinationen oraler Antidiabetika nicht erreicht worden seien. Zuvor hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) keine Überlegenheit von Exenatid gegenüber Insulin festgestellt.

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