Mehr Betroffene weltweit

Bluthochdruck bei Kindern: Zahl hat sich verdoppelt

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Berlin -

Weltweit hat sich die Rate von Hypertonie bei Kindern innerhalb kurzer Zeit fast verdoppelt. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind immer noch die häufigste Todesursache. „Der fast zweifache Anstieg des Bluthochdrucks bei Kindern über 20 Jahre hinweg sollte bei Gesundheitsdienstleistern und Betreuungspersonen die Alarmglocken schrillen lassen“, so die Forschenden.

Bluthochdruck betrifft nicht mehr nur Erwachsene mit einem ungesunden Lebensstil. Das zeigen die Ergebnisse einer neue Studie, die im November im Fachmagazin The Lancet Child & Adolescent Health erschienen ist.

Die Meta-Analyse „Global prevalence of hypertension among children and adolescents aged 19 years or younger: an updated systematic review and meta-analysis“ unter der Leitung von Jiali Zhou (Zhejiang University, China) und Professor Igor Rudan (University of Edinburgh, UK) zeigt: Innerhalb von nur zwei Jahrzehnten hat sich die Zahl der von Hypertonie betroffenen Kinder und Jugendlichen weltweit fast verdoppelt.

Millionen Kinder mit Hypertonie

Heißt konkret: Aktuell leiden schätzungsweise mehr als 110 Millionen Minderjährige an Bluthochdruck. Diese Entwicklung wird von Experten auch als „stille Epidemie“ bezeichnet. Da Bluthochdruck im Kindesalter oft keine Symptome verursacht, bleibt er häufig jahrelang unentdeckt. Dabei wird im Kindesalter bereits die Basis für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter gelegt. Der Haupttreiber hinter dieser Entwicklung ist laut Forschenden die weltweite Zunahme von Adipositas bei jungen Menschen.

Insgesamt wurden Daten von mehr als 443.000 Kindern und Jugendlichen unter 19 Jahren aus 21 Ländern ausgewertet. Dafür wurden Blutdruckmessungen, die in einer Arztpraxis oder Klinik durchgeführt wurden – meist über drei separate Termine hinweg – analysiert. „Bluthochdruck im Kindesalter betrifft einen erheblichen und wachsenden Anteil der globalen pädiatrischen Bevölkerung“, erklären die Forschenden.

Mehr Prävention nötig

„Bluthochdruck im Kindesalter ist somit häufiger als bisher angenommen, und der alleinige Rückgriff auf herkömmliche Blutdruckmessungen in der Praxis unterschätzt wahrscheinlich die wahre Prävalenz oder führt zu Fehldiagnosen“, betont Zhou. Aber: „Die gute Nachricht ist, dass wir jetzt Schritte unternehmen können, wie beispielsweise die Verbesserung von Screening- und Präventionsbemühungen, um den Bluthochdruck bei Kindern zu kontrollieren.“ So könnte laut Forschender das Risiko für zusätzliche gesundheitliche Komplikationen in Zukunft gesenkt werden.

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