Die gleichzeitige Anwendung von Atenolol und Sulfonylharnstoffen sollte, wenn möglich, vermieden werden. Es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Unterzuckerung. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) setzte den Beschluss um, die Fach- und Gebrauchsinformation von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Atenolol zu ändern.
Die gleichzeitige Anwendung von kardioselektiven Betablockern wie Atenolol mit Sulfonylharnstoffen könnte das Risiko einer schweren Hypoglykämie erhöhen. Diabetiker:innen sollte geraten werden, ihre Blutzuckerspiegel sorgfältig zu überwachen.
Sulfonylharnstoffe sind orale Antidiabetika und werden bei einem diagnostizierten Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt. Durch die Blockade von Kalium-Kanälen in den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse wird eine erhöhte Freisetzung von Insulin ermöglicht. Dazu gehören Wirkstoffe wie Glibenclamid oder Glimepirid.
Atenolol gehört zur Wirkstoffgruppe der kardioselektiven Beta1-Adrenozeptor-Antagonisten und wird vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt. Das Problem: Der Wirkstoff kann die typischen Warnzeichen einer Hypoglykämie wie Tachykardie oder Zittern maskieren. Deswegen sollten Anwender:innen ihren Blutzuckerspiegel engmaschig kontrollieren.
Die Fach- und Gebrauchsinformationen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Atenolol werden in den Abschnitten Warnhinweise sowie Wechselwirkungen geändert.
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