Arthrose-Auslöser entdeckt

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Ein deutsch-koreanisches Forscherteam ist bei der Erforschung der Gelenkerkrankung Arthrose eigenen Angaben zufolge einen wichtigen Schritt weitergekommen: Die Wissenschaftler entschlüsselten die Mechanismen, die im Knorpel von Arthrose-Patienten zum Abbau der Knorpelsubstanz und damit zur Entstehung der Erkrankung führen. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftler identifizierten auf den Knorpelzellen von Mäusen ein als Syndecan bezeichnetes Oberflächenmolekül. Dieses ist den Ergebnissen zufolge entscheidend an der Bildung eines zerstörerischen Eiweißes durch Knorpelzellen beteiligt. Die Gruppe entwickelte deshalb einen Antikörper gegen das Syndecan-Molekül: „Dieser hemmt und blockiert das Eiweiß, so dass die Mäuse keine Arthrose mehr entwickelten“, sagte Professor Dr. Thomas Pap von der Universität Münster.

„Der Nachweis, dass sich unsere Ergebnisse in einen therapeutischen Ansatz übertragen lassen, war ein ganz wesentlicher Aspekt der Arbeit und lässt uns hoffen, dass der gegenwärtige Stillstand bei der medikamentösen Arthrose-Therapie bald überwunden werden kann“, so Pap.

Bei Arthrose kommt es zum fortschreitenden Verlust des Gelenkknorpels sowie zur Bildung überschüssigen Knochens am Rand der betroffenen Gelenke und dadurch zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Laut Pap können Ärzte derzeit lediglich mit Medikamenten die Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose-Patienten lindern. Aufhalten oder gar Zurückdrehen lässt sich der Gelenkverschleiß noch nicht. Am Ende des Leidensweges steht oft der künstliche Ersatz eines Gelenks durch eine Prothese.

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