Angeschwollene Lymphknoten als Warnsignal

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Berlin - Der menschliche Körper verfügt über zahlreiche Lymphknoten. Diese speziellen Gewebe dienen dem Körper als Filterstation. Zu den bekanntesten Vertretern gehören die Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle und in der Leistengegend. Bei einem Infekt schwellen besonders häufig die Knoten in Kopfnähe an, da sie eine erhöhte Aktivität aufweisen. Kommt es zu einer Vergrößerung eines Knotens ohne zeitgleiche Erkältung, oder hält die Schwellung längere Zeit an, so sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Denn auch, wenn die Ursachen meist harmlos sind, so kann es sich in seltenen Fällen auch um ein malignes Lymphom handeln.

Bei einem malignen Lymphom kommt es zu einer Veränderung der Lymphozyten. Die Bildung der weißen Blutkörperchen läuft unkontrolliert ab. Es werden massenhaft funktionslose Blutkörperchen gebildet, die sich im gesamten Organismus verteilen. Durch den Produktionsanstieg schwellt der betroffene Lymphknoten an. Es gibt unterschiedliche Formen. Bei den aggressiven Lymphomen besteht schneller Behandlungsbedarf. Bei anderen Krankheitsbildern kann zunächst abgewartet werden. Die ärzte sprechen dann von einem „Watch & Wait“-Prinzip. Innerhalb regelmäßiger Kontrollen wird das Tumorwachstum dokumentiert.

Das lymphatische System

Neben den Lymphknoten zählen auch der Thymus, die Milz sowie das lymphatische Gewebe der Zungen-, Rachen- und Gaumenmandeln zum lymphatischen System. Auch der Darm besitzt lymphatisches Gewebe. Das Netzwerk aus Lymphgefäßen und Lymphknoten erfüllt gleich mehrere Aufgaben im menschlichen Körper: Neben der Immunabwehr dient das System auch dem Abtransport von Nahrungsfetten aus dem Darm und dem Rücktransport von Gewebeflüssigkeit aus dem Zwischenzellraum zurück in den Blutkreislauf.

Täglich werden bis zu 3 Liter Lymphe in den Gefäßen abtransportiert. Gereinigt wird die Flüssigkeit in den bis zu 20 Millimetern großen Lymphknoten. Liegt im Körper ein pathogener Keim vor, so wird hier die Immunreaktion gestartet. Die B-Lymphozyten reifen beispielsweise in den Lymphknoten heran. Bei Antigenkontakt regen Lymphknoten das Lymphozytenwachstum an. In der Folge werden spezifische Antikörper produziert und abgegeben. Diese Reaktion beschleunigt sich selbst, sodass die Freigabe von Antikörpern in kurzer Zeit rasant ansteigen kann.

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