Studie ermittelt Risikofaktoren

Schwangerschaft: Gesundheit wichtiger als Alter

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Berlin -

Die Anzahl der Schwangerschaftskomplikationen wie Frühgeburten, hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HES) und niedriges Geburtsgewicht haben laut einer Studie des American College of Cardiology in den letzten zehn Jahren um über 50 Prozent zugenommen. Laut den Forscher:innen ist dies aber eher auf den Gesundheitszustand der Schwangeren zurückzuführen als deren Alter.

Aktuell gilt eine Schwangerschaft, wenn die Frau älter als 35 Jahre ist, als Risikoschwangerschaft. Laut der Studie ist in dem Zeitraum von 2011 bis 2019 das Durchschnittsalter von Schwangeren von 27,9 auf 29,1 Jahre gestiegen. Für eine Auswertung, wie sich im Vergleich dazu die Rate der Schwangerschaftskomplikationen entwickelt hat, wurden Daten aus dem National Center for Health Statistics Natality Files verwendet.

Alter nicht ausschlaggebend

Die Forscher:innen verglichen dabei die Raten von Eklampsie und Präeklampsie, Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht von 3,9 Millionen Geburten im Jahr 2011 mit denen von 3,7 Millionen Geburten im Jahr 2019. Während sich die Anzahl der Frühgeburten und Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht nur um zwei beziehungsweise vier Prozent erhöhte, stieg die Anzahl der hypertensiven Erkrankungen um 52 Prozent an. Unter der Verwendung statistischer Methoden analysierten die Forscher:innen die Auswirkungen des Alters auf diese Entwicklung: Demnach sei das Alter der werdenden Mütter in weniger als zwei Prozent der Fälle die Ursache für die Komplikation gewesen.

„Obwohl die Mütter älter werden, ist das nicht der Grund für die Zunahme der Schwangerschaftskomplikationen“, sagt Zachary Hughes, Hauptautor der Studie. „Ausschlaggebend sind gesundheitliche Probleme vor der Schwangerschaft, wie Bluthochdruck und Diabetes“, so Hughes weiter. Das sei wichtig zu wissen, denn auf diese Faktoren könne man Einfluss nehmen.

Fokus auf Gesundheit

„Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse dazu beitragen, dass schon vor der Schwangerschaft auf die Gesundheit geachtet wird“, sagt Hughes. Die unerwünschten Schwangerschaftsausgänge bergen Risiken für Herzerkrankungen, sowohl für die werdenden Mütter als auch die Neugeborenen.

„Viele wenden sich erst dann an einen Arzt, wenn sie schwanger sind. Aber schon ein halbes Jahr oder Jahr vor Beginn der Schwangerschaftsplanung sollte der Gesundheitszustand so weit wie möglich zu optimiert werden, um so das Risiko unerwünschter Schwangerschaftsausgänge zu minimieren. Das impliziert, dass auch Klinikärzt:innen und politische Entscheidungsträger den Schwerpunkt stärker auf die Gesundheit vor der Schwangerschaft und den Umgang mit Dingen wie Bluthochdruck und Diabetes legen sollten, bevor jemand schwanger wird.“ Auch die Auswirkungen von Übergewicht sollen näher untersucht werden.

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