Fortbildung

Apotheker auf Reisen

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Berlin -

Sie treffen sich zwei Mal im Jahr, der Ort ist jedes Mal ein anderer, irgendwo in Europa. Rund 20 Apotheker aus Deutschland und Europa kommen regelmäßig zu gemeinsamen Tagungen zusammen, um zu lernen, wie Apotheke anderswo funktioniert. Die Mitglieder der Pharma Group Europe (PGE) organisieren Veranstaltungen, die dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch über gesundheitspolitische Themen dienen sollen.

Die PGE gibt es seit 1988. Es sei von Anfang an darum gegangen, neue Perspektiven zu gewinnen, sagt Apotheker Paul Müller. Er gehört neben anderen Apothekern zu den Gründungsmitgliedern. Die erste Veranstaltung fand in Hannover statt. Ein belgischer Apotheker referierte über das Gesundheitswesen und die Pharmazie in seinem Land. Es folgten weitere Tagungen, die allesamt zunächst in Deutschland stattfanden.

Zu Beginn der 1990er Jahre begaben sich die Apotheker dann selbst auf Reisen, um die Apothekenmärkte vor Ort kennenzulernen. Städte wie London, Zürich oder Oslo standen auf dem Programm. Der Mitgliederkreis erweiterte sich allmählich auch auf Pharmazeuten anderer europäischer Länder: Referenten der Veranstaltungen traten der Gruppe bei. „Es kamen nach und nach Kollegen aus Österreich, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz hinzu“, sagt Müller.

Heute beschränkt sich der Mitgliederkreis nicht mehr nur auf Apotheker. So ist etwa Dr. Heinrich Jacoby, Chef des österreichischen Großhändlers Jacoby, PGE-Mitglied. Aber auch Unternehmensberater und Architekten gehören zur PGE. „Grundsätzlich kann bei uns jeder Mitglied werden, der Spaß daran hat, gemeinsam mit uns zu diskutieren“, sagt Müller.

Die letzte Tagung fand im September in Prag statt. „Zum einen erhielten wir einen umfassenden Einblick in die Probleme und Chancen des tschechischen Gesundheitssystems und zum anderen Antworten auf die Frage, wie und warum sich Konsumenten leicht manipulieren lassen und wie man der Versuchung widerstehen kann“, sagt Müller. Mit einem Stadtrundgang sei auch die kulturelle Weiterbildung nicht zu kurz gekommen.

Für die Organisation und die Unterkunft beider Kongresse fällt für die Teilnehmer einmal im Jahr ein Beitrag von 600 Euro an. In Berlin findet im April die kommende Tagung statt. „Wir werden unter anderem auch mit den politischen Standesvertretern über die möglichen Szenarien des deutschen Apothekensystems diskutieren“, so Müller. Fixe Terminzusagen gebe es noch nicht.

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