Medizinmesse

Intelligente Pflaster & Co.: Medica gestartet dpa, 13.11.2017 13:13 Uhr

Düsseldorf - Das „intelligente Pflaster“ überwacht die Wundheilung und meldet Unregelmäßigkeiten per App dem Arzt oder Patienten. Ein Handschuh mit Sensoren misst Signale, leitet die Daten an einen externen Netzwerkspeicher weiter. So sollen für bestimmte Epilepsie-Typen Anfälle vorausgesagt werden können. Oder der Chirurg setzt eine 3D-Brille auf, die ihm bei einer Tumoroperation die exakte Position eines Lymphknotens übermittelt.

Die Digitalisierung der Medizinwelt erscheint manchmal wie Science-Fiction. In Arztpraxen, Kliniken oder auf dem Handy des Patienten ist sie oft schon Realität. Zur Bühne für den technischen Fortschritt in der Medizinbranche wird heute bis Donnerstag wieder die weltgrößte Medizinmesse Medica in Düsseldorf mit mehr als 5000 Ausstellern. „Digitalisierung“ – das Wort ist überall zu hören.

Vernetzung, Clouds, Apps, Big Data, Künstliche Intelligenz und Roboter prägten die medizinische Produktentwicklung immer stärker, verkünden die Veranstalter. Dass der Deutsche Krankenhaustag ein Sonderprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro für eine Digitalisierungsoffensive in den Kliniken fordert, wirkt fast wie ein Subtext zu diesem Befund.

Ein Allheilmittel ist die Digitalisierung nach Einschätzung von Experten aber nicht: „Nicht alles, was digital ist, ist automatisch
gut, und nicht alles, was man selber messen kann, ist immer hilfreich“, sagt Corinna Schaefer vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). So könnten ständige Messungen und kleine Abweichungen, die man sonst gar nicht bemerkt hätte, auch für
Beunruhigung beim Patienten sorgen, sagt Schaefer mit Blick auf Gesundheitsapps für das Smartphone. „Bei den wenigen unterstützenden Apps, zu denen man Studien gemacht hat, ist der Nutzen meist nicht nachweisbar oder marginal.“

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