Apotheker John Giesen hat ein Jahr nach der Schließung einer seiner Betriebe einen Entschluss gefasst. Der Inhaber von zwei Apotheken in Duisburg will sich beruflich weiterentwickeln und ist in eine Agentur eingestiegen. Dort wird er als geschäftsführender Gesellschafter Pharmahersteller betreuen.
Giesen betreibt mit seiner Frau Sabine Opalka-Giesen drei Apotheken im Verbund. Das Paar beschäftigt rund 50 Angestellte. „Personell sind wir gut aufgestellt, gerade im Bereich der Approbierten“, sagt der Inhaber der Adler-Apotheke. Deshalb ist er offen für eine Nebentätigkeit. „Ich habe mich nach knapp 24 Jahren beruflicher Selbständigkeit als Apotheker entschieden, mich beruflich nochmal weiterzuentwickeln, und bin zurück in die Healthcare-Kommunikation gegangen.“
Zwei Tage pro Woche verbringt er künftig in Köln in der Agentur Comunique. Dort war er bereits als Texter und Etatdirektor beschäftigt. Seit März verstärkt er als Partner und CEO die Führungsspitze, gemeinsam mit Gründer Jochen Isenrath, der der Agentur seit 1995 leitet. Zu den Kunden gehören unter anderem Galderma, Lanxess und Uriach.
Giesen betont, welche Tätigkeitsbereiche es für Apothekerinnen und Apotheker auch außerhalb der öffentlichen Apotheke gibt. Während er in Köln in der Agentur arbeitet, bleibt er jedoch mit der Apotheke verbunden. „Ich habe den Rechner der Apotheke dabei“, sagt er.
Vor einem Jahr musste Giesen seine Industrie-Apotheke in Duisburg schließen – aus wirtschaftlichen Gründen. Aufgrund der Kostensituation – Raum-, Energie- und Personalkosten sind stark gestiegen – und der seit vielen Jahren stagnierenden Apothekenhonorierung habe es keine „gesunde“ wirtschaftliche Perspektive gegeben.