Hochwasser

Apotheker helfen Flutopfern

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Berlin -

Das Hochwasser in Mitteldeutschland hat im Juni für allgemeine Betroffenheit gesorgt. Apotheker, Großhändler und Hersteller, EDV-Anbieter und Rechenzentren und viele andere haben gespendet, um den Betroffenen zu helfen. Die Gelder landeten größtenteils beim bayerischen Hilfswerk „Apotheker helfen“. Noch bis Ende Juli können Flutgeschädigte bei ihren Kammern und Verbänden oder beim Hilfswerk finanzielle Hilfen beantragen.

Die Spenden, die bei „Apotheker helfen“ einlaufen, kommen nicht nur Apotheken, sondern auch sozialen Einrichtungen zugute. Für die Verteilung gibt es keinen bestimmten Schlüssel. „Zunächst müssen wir schauen, wie viel Geld gespendet wurde und welche Schäden uns gemeldet werden“, erklärt Thomas Benkert, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer und Vorsitzender von „Apotheker helfen“. Dann werde über die Verteilung der Gelder gesprochen.

Bereits beim Hochwasser 2002 hatte „Apotheker helfen“ Spenden gesammelt und verteilt. Damals habe das Hilfswerk zum Beispiel einen Kindergarten unterstützt, erzählt Benkert.

Über die genaue Höhe der bislang beim Hilfswerk eingelaufenen Spenden möchte sie allerdings noch nichts sagen: „Die Spenden trudeln noch ein. Einige apothekennahe Institutionen haben ihre Unterstützung zugesagt, allerdings sind die Spenden noch nicht offiziell vollzogen“, so Geschäftsführerin Nina Ehrle. Mit Blick auf 2002 stellt sie allerdings fest: „Damals war die Spendenbereitschaft höher als bei der Flutkatastrophe dieses Jahres.“

Benkert führt das auf verschiedene Faktoren zurück: 2002 habe es ein großes Entsetzen in Deutschland gegeben – im Elbegebiet und Teilen Bayerns übertraf das Hochwasser die Ereignisse von 1954. Das diesjährige Hochwasser hat die Stände von 2002 zwar vielerorts überschritten, aber: „Die Spendenaufrufe haben sich inzwischen gehäuft, und die wirtschaftliche Situation ist auch anders“, so Benkert.

Apotheker, die von der Flut betroffen sind, können noch bis Ende des Monats einen Antrag auf Unterstützung bei „Apotheker helfen“ stellen. Das Formblatt erhalten sie entweder direkt beim Hilfswerk, ihrer Kammer oder ihren Verband. Dort können sie das Dokument auch einreichen.

Die betroffenen Apotheker müssen in dem Antrag beschreiben, welcher Schaden am Gebäude, am Inventar und an den Waren entstanden ist und in welcher Höhe er liegt. Außerdem müssen sie angeben, ob und was ihre Versicherung bezahlt und welche sonstigen Leistungen sie erhalten. Zudem müssen sie kurz ihre finanzielle Situation beschreiben.

Auf diese Weise solle sichergestellt werden, dass das Geld bei denjenigen lande, die am stärksten betroffen seien, so Benkert. So sollten etwa gezielt Kollegen unterstützt werden, die zum Beispiel aufgrund der Apothekenlage keine Elementarversicherung hätten abschließen können. Auf das Geld müssen die Flutopfer allerdings noch etwas warten: Bei „Apotheker helfen“ rechnet man damit, frühstens im August über die Vergabe der Gelder zu entscheiden.

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