Weltblutspendertag

Geld für Blutspende – warum eigentlich nicht? dpa, 14.06.2018 13:42 Uhr

Berlin - Mit Geld könnte man aus Expertensicht mehr Freiwillige zur Blutspende bewegen. „Es wäre durchaus angemessen, die wertvolle Ressource Blut mit einer entsprechenden Aufwandsentschädigung zu vergüten. Man müsste es einfach einmal ausprobieren“, sagte der Münchner Medizinethiker Professor Dr. Georg Marckmann zum Weltblutspendertag am 14. Juni. In einem zweiten Schritt könnte man dann untersuchen, wie sich die Zahlung auf die Spendenbereitschaft auswirke.

Nur drei Prozent der Menschen hierzulande spenden Blut. Nach den derzeit geltenden Zulassungskriterien könnten es etwa 33 Prozent sein. Vor allem in der Urlaubszeit oder bei Grippewellen kommt es zu Engpässen. In Deutschland ist das Blutspenden grundsätzlich freiwillig und unentgeltlich. Private Spendedienste, Pharmaunternehmen und auch staatlich-kommunale Dienste zahlen aber Aufwandsentschädigungen für Vollblutspenden.

Der größte Anbieter, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das etwa 70 Prozent des Blutes sammelt, bietet Spendern stattdessen Snacks, Getränke oder auch kleine Geschenke. Das DRK halte sich an einen internationalen ethischen Kodex des Roten Kreuzes, wonach Blutspenden unentgeltlich und freiwillig sein sollen, erklärt Kerstin Schweiger, Sprecherin der DRK-Blutspendedienste.

„Es gibt aus ethischer Sicht durchaus einige Argumente für eine Aufwandsentschädigung“, so Marckmann, Leiter des Instituts für Ethik an der Ludwig-Maximilians-Universität. In unserer Gesellschaft sei es grundsätzlich zulässig, Waren und Dienstleistungen gegen Geld zu veräußern. Deshalb müsse man nicht den Handel, sondern die Einschränkung des Handels ethisch rechtfertigen. „Blutprodukte bieten dem Empfänger erheblichen Nutzen bis hin zur Lebensrettung - warum sollte der Blutspender nicht im Gegenzug eine Vergütung erhalten?“, fragt der Wissenschaftler.

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