Beim Brand des Dachstuhls eines Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin sind zwei Menschen gestorben. „Wir haben zwei Tote“, sagte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Opfern handelt es sich um Patienten. Nach Angaben der Polizei sind zudem mehr als 30 Menschen verletzt worden. Unter ihnen seien aber keine Schwerverletzten, sagte die Landkreis-Sprecherin.
Ersten Erkenntnissen zufolge war es in einem Patientenzimmer zu dem Feuer gekommen. Ob die beiden Toten gemeinsam in dem Zimmer lagen, war zunächst unklar. Inzwischen geht man davon aus, dass das Feuer in einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie-Station ausgebrochen ist, so die Sprecherin. Laut Auskunft des Landrats lag einer der später Verstorbenen im Patientenzimmer, in dem das Feuer ausbrach, der andere im Nachbarzimmer.
Dazu hat es einen Verletzten mit Rauchgasvergiftung gegeben, teilte der Landkreis weiter mit. Am frühen Morgen hatte die Einsatzleitstelle der Polizei zunächst von 34 Verletzten gesprochen.
Die Radiologie-Abteilung sei nicht betroffen, hieß es weiter. Allerdings sei durch das Löschwasser die Technik des Herzkatheter-Labors beschädigt worden.
Der Dachstuhl des Krankenhauses hatte den Angaben zufolge gegen 4.30 Uhr Feuer gefangen. Die Lage vor Ort sei höchst dynamisch, hieß es am frühen Morgen. Patienten und Beschäftigte wurden aus dem Gebäude evakuiert. Wie viele Menschen aus dem Krankenhaus geholt wurden, war zunächst unklar.
Am Morgen schlugen Flammen und Rauch aus dem Dach des fünfgeschossigen Hauses. Vor dem Haus der Wiese saßen Menschen, die in Rettungsdecken gewickelt waren. Klinik-Beschäftigte schoben Patienten aus dem Haus über das Krankenhausgelände. Einige Patienten konnten langsam selbst laufen, andere warteten in Rollstühlen und auf Bänken vor der Klinik auf das Ende des Einsatzes. Viele hatten Handtücher um ihre Schultern gelegt.
Der Internetseite des Krankenhauses zufolge hat das Krankenhaus 160 Betten. Es ist das einzige Krankenhaus in der Stadt, und es stellt als Akutklinik unter anderem die Grund- und Regelversorgung in der Region sicher. Zum Zeitpunkt des Feuers hatten knapp 60 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus gelegen.
Aufgrund des guten Brandschutzes habe die Feuerwehr nicht betroffene Stationen aber wieder freigeben können. Dort würden viele Patientinnen und Patienten auch versorgt. Fünf Patienten wurden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.
Die Evakuierung habe sehr gut funktioniert, sagte der Klinikleiter weiter. Es sei alles extrem ruhig und kontrolliert gelaufen. „Alle Patienten sind jetzt versorgt.“ Angehörige müssten sich keine Sorgen machen. Es seien alle Ärzte des Hauses im Dienst – auch die, die keine Schichten haben, sagte Klinikleiter Groß weiter. Den Angaben zufolge gibt es auch eine Angehörigen-Hotline.
Das Feuer konnte bereits gelöscht werden. Am Vormittag sollten noch Drohnen über dem Gebäude fliegen, um zu prüfen, ob es Glutnester gibt, die von außen nicht zu sehen sind. Den Angaben der Landkreis-Sprecherin zufolge haben in der Spitze etwa 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr die Flammen bekämpft. Zudem waren etwa 40 Beamtinnen und Beamte der Polizei im Einsatz.
Details zur Ursache des Feuers sind noch nicht bekannt.
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