Extremsport

Bungee-Apotheker setzt zum 113. Sprung an

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Berlin -

Am 3. August wird sich ein 90-jähriger Apotheker im Hamburger Hafen in die Tiefe stürzen. Natürlich nicht ohne Seil: Helmut Wirz ist routiniert; es wird sein 113. Bungeesprung sein. Dabei liegt sein erster nur 15 Jahre zurück.

Auf der Freifläche an der Höftspitze in der Australiastraße 52 wird für Wirz ein Bungeeturm aufgebaut. Aus einer Höhe von knapp 55 Metern soll er am Montag um 7.30 Uhr springen – Zuschauer sind herzlich willkommen. „Ich hoffe natürlich, dass viele meiner Fans dabei sein werden, selbst zu dieser frühen Stunde“, sagt der 90-Jährige aus Dortmund. Gesponsert wird der Sprung von Dr. Erich Döllefeld, Erfinder des Nahrungsergänzungsmittel Re-Load vital.

Eine Wette brachte Döllefeld und Wirz zusammen. Der 84-jährige Mediziner Döllefeld wollte nicht glauben, dass Wirz mit 90 Jahren noch begeisterter Bungeespringer sei. Er forderte den ehemaligen Apotheker zu einem Sprung im Hafen der Hansestadt heraus. Wirz zögerte nicht: Er freue sich über jede Gelegenheit, zu springen. Zudem wolle er mindestens noch 120 Sprünge vollmachen.

Mit 75 sprang Wirz auf Weltreise in Neuseeland zum ersten Mal, damals aus 42 Metern Höhe. „Bungee, das fühlt sich vogelfrei an, man hat nichts um sich herum“, beschreibt er seine Begeisterung für den Extremsport. Heute ist er der älteste Bungeespringer mit den meisten Sprüngen.

Schon lange fühlt Wirz sich in der Luft zu Hause. 1965 machte er einen Pilotenschein und kaufte sich eine Cessna. 1996 schloss er seine Apotheke in Dortmund; die Konkurrenz sei zu groß geworden und ein Verkauf sei daher nicht möglich gewesen. Bald musste er auch sein teures Hobby Fliegen aufgeben. Auf der Suche nach etwas Neuem kam er vom Fallschirmspringen zum Bungee.

Schon ein Jahr nach seinem ersten Bungee-Erlebnis in Neuseeland wurden die Medien auf ihn aufmerksam und spendierten ihm einen Sprung vom Dortmunder Fernsehturm. Obwohl das Fernsehteam nicht wie verabredet um 15 Uhr vor Ort war, sprang er – knapp 150 Meter nach unten. Als um 19 Uhr das Team auftauchte, sprang er noch einmal.

Die Familie habe sich an den Wagemut des „Bungee-Opas“ inzwischen gewöhnt; sie machten sich keine Sorgen mehr, so Wirz. Immerhin sei er auch fitter als die meisten Rentner und absolviere täglich seinen fünf Kilometer langen „Trim-dich-Pfad“.

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