Nasensprays, Lutschtabletten, NEM

Erkältungsmittel: n-tv testet Apotheke und Drogerie

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Berlin -

„Was können Medikamente aus der Drogerie – oder sollten wir lieber in die Apotheke gehen?“ Um diese Frage dreht sich ein rund sechsminütiger Beitrag von n-tv. Das Fazit: „Apothekenprodukte sind teurer, weil sie bestimmte Wirkstoffe enthalten, die der Erkältung wirklich den Kampf ansagen.“ Drogerieprodukte wie Spülsalze und Bäder könnten die Symptome allenfalls lindern.

„Die Erkältungsabteilung ist riesig – ich weiß gar nicht, wozu ich greifen soll“, erklärt Reporterin Marley Lackermann. Das Stimmungsbild befragter Passant:innen ist divers: „Erst gucke ich in der Apotheke und wenn mir das alles zu teuer ist, gehe ich in die Drogerie“, erklärt jemand. Eine andere Person betont: „Man bekommt in der Apotheke einfach eine bessere Beratung.“

Apotheke vs. Drogerie

Dass Apotheken gut beraten, habe auch Lackermann in verschiedenen Betrieben erlebt. Sie sei umfangreich betreut worden – und habe insgesamt 78 Euro für acht Erkältungsprodukte gezahlt. In den Drogerien gebe es „ähnliche Helfer“; auf den ersten Blick vergleichbare Produkte kosteten im Test hier allerdings nur knapp 30 Euro.

Zur Einschätzung von Wirkung und Preis hat das TV-Format Medizininfluencer Jonas Köller eingeladen. Gegenübergestellt wurden:

  • Lutschtabletten bei Halsschmerzen: Apotheke: 44 Cent pro Stück, Drogerie: 27 Cent pro Stück
  • abschwellendes Nasensprays: Apotheke: 10 ml zu 3,45 Euro, Drogerie: 10 ml zu 0,75 Euro
  • Nasenspülsalze: Apotheke: 42 Cent pro Beutel, Drogerie: 11 Cent pro Beutel
  • Erkältungsbäder: Apotheke: 63 Euro pro Liter, Drogerie: 14 Euro pro Liter
  • und Zink- beziehungsweise komplexe Nahrungsergänzungsmittel bei Erkältung: kein direkter Preisvergleich

Apotheke teurer – aber mit nachgewiesener Wirkung

Beim Thema Lutschtabletten – die aus der Drogerie kosten nur halbsoviel – sei nicht nur der Hersteller gleich, sondern auch die Umverpackung sehr ähnlich. „Es gibt deutliche Unterschiede, was die Inhaltsstoffe angeht“, erklärt Köller. Während es sich beim Drogerieprodukt um eine befeuchtende und leicht desinfizierende Variante handele, habe das Apothekenprodukt betäubende Eigenschaften, „das ist das, was man bei Halsschmerzen primär haben möchte.“

Auch bei den Nasensprays sieht Köller die Preisdifferenz als gerechtfertigt an. Immerhin wirke das Drogerieprodukt befeuchtend, wohingegen das Spray aus der Apotheke den Wirkstoff Xylometazolin HCL enthalte. Hier empfiehlt das n-tv-Format klar das Apothekenprodukt – und weist darüber hinaus auf die maximale Anwendungsdauer hin.

Bei den Nasenspülsalzen zeigt der Medizininfluencer deutliche Unterschiede auf. Beim Apothekenprodukt überzeuge die Mineralzusammensetzung, die nicht nur aus Natriumchlorid bestehe. „Das kann schonender für die Nasenschleimhaut sein.“ Wer das nicht brauche, könne zur Drogerievariante greifen. „Dreimal so teuer heißt nicht dreimal so gut“, urteilt n-tv.

Zink aus der Drogerie gleichwertig

Auch „Immunkapseln“ hat Lackermann unter die Lupe genommen. In den Vor-Ort-Apotheken wurde explizit Zink empfohlen. Köller bewertet das positiv, da „Zink mit einer der wenigen Wirkstoffe ist, der in hoher Dosierung am Anfang eine Erkältung verkürzen kann.“ Die Zusammensetzung dürfte zwar von Vitamin C und D begleitet werden, „vielmehr brauche ich nicht in einem solchen Produkt.“

Wisse man was man möchte, könne Zink getrost in der Drogerie gekauft werden. „Die Qualität der Präparate unterscheidet sich nämlich nicht“, urteil n-tv. „Bei Zink sollten 25 mg pro Tag nicht überschritten werden.“

Apothekenpreise sind gerechtfertigt

Bei den Erkältungsbädern ist bei beiden Produkten der Schleimlöser Eukalyptusöl als Hauptbestandteil gekennzeichnet – im Apothekenprodukt zusätzlich Menthol. „Wenn man reingeht und wieder rauskommt ist man genauso erkältet wie vorher“, meint der Medizininfluencer.

Unterm Strich bedeute das: „Apothekenprodukte sind teurer, weil sie bestimmte Wirkstoffe enthalten, die der Erkältung wirklich den Kampf ansagen.“ Drogerieprodukte wie Spülsalze und Bäder könnten die Symptome allenfalls lindern.

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