Nach elf Jahren erweitert Dr. Christian Diestelhorst seinen Betrieb. Der 41-Jährige übernimmt die Apotheke seines Vaters und führt seit Januar seine erste Filiale. An seiner Seite steht sein Bruder, der als Chefapotheker im HV die Stellung hält. Der Inhaber ist überzeugt, dass die Apotheke vor Ort trotz des Drucks des Versandhandels für die Menschen immer zentral bleiben wird.
Diestelhorst übernahm die Driften-Apotheke von seinem Vater Friedrich-Wilhelm Diestelhorst, der den Betrieb 1981 gründete. Gemeinsam mit seinem Bruder Jan Diestelhorst, der Filialleiter ist, will er die beiden Apotheken in die Zukunft führen. „Auf die Zusammenarbeit mit meinem Bruder freue ich mich sehr. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns gut ergänzen werden“, sagt der neue Inhaber.
Während er sich um die Prozessentwicklung kümmern wird, werde sich sein Bruder auf die HV-Arbeit fokussieren. Dass die nächste Generation in den väterlichen Betrieb einsteigen wird, war nie selbstverständlich. Doch die Apotheke des Vaters habe den heute 41-Jährigen geprägt. Schon als kleiner Junge sei er oft dort gewesen: „Ich bin in Kutenhausen zur Grundschule gegangen. Quasi eine Straße von der Driften-Apotheke entfernt. Deshalb habe ich die Apotheke meines Vaters schon als kleiner Dötz wahrgenommen und bin dort auch oft nach der Schule hingegangen“, sagt er.
Das Pharmaziestudium war für ihn eine logische Konsequenz. 2015 übernahm er im Nachbarort Petershagen die Rats-Apotheke. Dort arbeitet er mit seiner Frau Julia Diestelhorst, die ebenfalls Approbierte ist. Die Apotheke als Arbeitsplatz „macht mir einfach Spaß“. Sie sei immer im Wandel. „Ich will nicht nur reagieren, sondern aktiv mitgestalten.“
Mit der neuen Filiale will er auf Synergieeffekte setzen. Das Liefernetzwerk erweitere sich dadurch. Über seine Hauptapotheke bietet er bereits einen Botendienst in der Region unter der Marke „Medirakete“ an. Das solle weiter intensiviert werden. Der Botendienst im ländlichen Bereich sei mit Blick auf den demographischen Wandel essenziell. Geliefert werden in einem ausgewählten PLZ-Gebiet zwischen zwischen 16.30 und 19.30 Uhr. Zudem gibt es einen 24-Stunden-Abholautomat.
Ein Fokus liegt für Diestelhorst auch in der Versorgung von Alten- und Pflegeheimen, sowie ambulanten Pflegediensten. „Von der effizienten Verwaltung von Rezepten bis zur zuverlässigen Medikamentenlieferung – inklusive moderner und individueller Blister- oder Stell-Optionen – decken wir sämtliche essenziellen Bereiche ab.“
Die Übernahme der Filiale und die Zusammenführung beider Betriebe sei aktuelle eine der Herausforderungen – neben dem „Wüst an Bürokratie“. Diestelhorst gibt sich jedoch zuversichtlich: „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Apotheke vor Ort als Gesundheitsanlaufpunkt für die Menschen immer von Bedeutung sein wird und wir ein fester Ansprechpartner bleiben werden.“