Facharzt-Service

Der schnelle Weg zum Psychotherapeuten dpa, 03.01.2019 09:02 Uhr

Stuttgart - Eigentlich sollten gesetzlich Versicherte durch die Terminvergabestelle der Kassenärztlichen Vereinigung schneller zum Facharzt kommen. Doch das System krankt noch immer. Laut Sozialgesetzbuch (SGB V) sollen gesetzlich Versicherte mit Überweisung zu einem Facharzt einen Behandlungstermin in einem Zeitraum von vier Wochen erhalten. Die Entfernung zwischen dem Wohnort des Versicherten und dem vermittelten Facharzt muss zumutbar sein. Bei der allgemeinen fachärztlichen Versorgung soll die erforderliche Wegezeit zum nächsten geeigneten Arzt mit öffentlichen Verkehrsmitteln 30 Minuten und bei Spezialisten 60 Minuten nicht überschreiten.

Die Vermittlung von Terminen bei einem Facharzt über die Terminservicestelle (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg läuft weiter schleppend: Nur etwa ein Drittel der gesetzlich Versicherten, die das Angebot in Anspruch nehmen wollen, werden bislang an einen Mediziner der gewünschten Fachrichtung vermittelt. Nach einer Auswertung der KV riefen im dritten Quartal 2018 rund 9700 Menschen wegen eines Terminwunsches an – in lediglich 3460 Fällen glückte die Vermittlung.

Das ist nur eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Start der TSS im Jahr 2016. Damals hatte die Vermittlungsquote bei 25 Prozent gelegen. „Entweder fehlt die dringliche Überweisung durch den Hausarzt oder der Patient will den angebotenen Termin nicht haben, weil ihm der Zeitpunkt oder der Weg nicht passen oder er zu einem bestimmten Arzt will“, erläutert KV-Sprecher Kai Sonntag die Gründe. Die KV ist gehalten, einen Termin in einem Zeitraum von vier Wochen in zumutbarer Entfernung anzubieten. Damit sollen die Wartezeiten für gesetzlich Versicherte verringert werden. Falls die Vermittlung scheitert, soll ein Behandlungstermin im Krankenhaus festgesetzt werden. Diese ambulante Versorgung müssen die niedergelassenen Ärzte bezahlen.

Es gibt aber bei der Vermittlung einen positiven Ausreißer: die Gruppe der Psychotherapeuten, die seit 2017 auch Termine über die TSS vergeben. Sie müssen mehrere Sprechstunden in der Woche anbieten. Hier war die Vermittlung im dritten Quartal 2018 in allen mehr als 1800 Fällen erfolgreich. Damit hätten sich die Wartezeiten für Psychotherapien erheblich verbessert, sagte Sonntag. Bei Psychotherapeuten sei – im Unterschied zu den meisten Facharztgruppen – keine Überweisung nötig. „Die meisten Anrufer haben auch keinen speziellen Therapeuten im Kopf.“

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