Chemieunfall

Bewährungsstrafe für Apothekenhelferin

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Berlin -

Im bayerischen Memmingen wurde eine Apothekenhelferin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie Chemikalien falsch entsorgt hatte. Dadurch hatten sich im Mai 2012 Gase freigesetzt; 42 Menschen seien verletzt worden, schreibt die Augsburger Allgemeine.

Laut Anklageschrift hatte die heute 66 Jahre alte Frau und Mutter des Inhabers der Apotheke während eines Umzugs chemische Substanzen in den Abfluss geschüttet. Dem Gericht sagte sie, ihr sei eine Wanne mit Chemikalien runter gefallen. Dabei seien Gläser zu Bruch gegangen. Die ausgelaufenen Chemikalien habe sie mit einem Lappen aufgewischt und diesen ausgewaschen.

Ihrem Sohn zufolge war schon am Vortag alles für den bevorstehenden Umzug vorbereitet worden. Dabei seien einige Chemikalien zur ordnungsgemäßen Entsorgung bereitgestellt worden. Erst am Nachmittag habe er telefonisch von dem Giftalarm erfahren.

Anwohner hatten unbekannte chemische Substanzen in der Luft wahrgenommen und gemeldet. Laut der Zeitung wurde daraufhin das ganzes Stadtviertel abgesperrt und eine Spezialtruppe der Münchener Feuerwehr angefordert.

Memminger Bürger, die sich in der Nähe aufhielten, hätten über Kopfschmerzen, Reizungen der Atemwege und Übelkeit geklagt, einige über ein mehrere Tage lang anhaltendes Gefühl der Müdigkeit. Laut den Ermittlungsakten wurden insgesamt 42 Menschen leicht verletzt.

Das Memminger Amtsgericht verurteilte die frühere Mitarbeiterin der Apotheke nun wegen falscher Entsorgung von Abfällen und fahrlässiger Körperverletzung zu eineinhalb Jahren auf Bewährung. Ihr ebenfalls angeklagter Sohn wurde freigesprochen.

Das Gericht hatte sich laut Augsburger Allgemeine bereits zum dritten Mal mit dem Fall beschäftigt. Ein erster Prozess mit zwei Verhandlungstagen im Mai 2013 war ausgesetzt worden, weil nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, um welche Substanzen es sich bei dem Chemieunfall gehandelt hatte.

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