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Bier macht nicht gesund

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Brauer dürfen nicht mit gesundheitsbezogenen Aussagen für Bier werben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte gegen den Deutschen Brauer-Bund (DBB) geklagt, weil dieser mit Werbeslogans auf seiner Internetseite suggerierte, dass Bier eine heilende Wirkung hat. Das Landgericht Berlin (LG) hat dem DBB nun unter Androhung einer Geld- und Haftstrafe verboten, solche Werbung zu betreiben.

Der DBB versprach den Nutzern seiner Homepage, dass Bier gleich mehrere Krankheiten heilen könne: „Wer moderat Alkohol genießt, ist im Alter weniger gefährdet, an Demenz zu erkranken“, so einer der Slogans. Oder: „Bier ist reich an Vitaminen und arm an Kalorien, es regt den Stoffwechsel und die Durchblutung an, stärkt die Knochen und mindert das Herzinfarktrisiko. Manchen Inhaltsstoffen des Hopfens wird sogar nachgesagt, sie könnten das Krebsrisiko mindern“.

Die Richter fanden den Internetauftritt des DBB irreführend: Eine kritische Auseinandersetzung der Vor- und Nachteile von Bier seien auf der Homepage nicht erkennbar, da diese völlig getrennt voneinander behandelt werden. Zudem dürfen Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent nach einer EU-Richtlinie keine Angaben tragen, die einen Zusammenhang zwischen dem Lebensmittel und der Gesundheit herstellen.

Der DBB hatte argumentiert, dass die Slogans keine produktspezifische Werbung darstellten. Auch hier war das Gericht anderer Meinung: Die Aussagen seien als Werbung einzustufen, weil der DBB „als Lobbyist für seine mittelbaren Mitglieder“ aktiv ist.

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