Jüngster Inhaber des Saarlandes

Approbation im Dezember: 26-Jähriger übernimmt Apotheke

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Berlin -

Zum 1. Februar – gerade einmal zwei Monate nach Erhalt der Approbation – hat Enes Gök die traditionsreiche Rathaus-Apotheke im saarländischen Merzig übernommen. Er löst damit seinen Vorgänger Roman Busch ab, der den Betrieb 37 Jahre lang leitete. „Die Menschen im Ort sollen sehen, dass sich hier zwar etwas verändert, die Tradition aber fortgeführt wird. Das ist mir sehr wichtig“, betont Gök.

Im November absolvierte er das dritte Staatsexamen, im Dezember kam die Approbationsurkunde und im Februar übernahm Gök die Apotheke von seinem Vorgänger. „Die Verhandlungen begannen allerdings schon während meines Praktischen Jahrs an der Uniklinik in Heidelberg“, berichtet der Apotheker, der in in Saarlouis geboren und in Saarbrücken Pharmazie studiert hat.

Von Anfang an habe er ein gutes Gefühl mit der Apotheke gehabt. „Ich habe letztlich auf mein Bauchgefühl gehört.“

Jüngster Inhaber des Saarlandes

Mit der Approbation in der Tasche habe er noch kurz als angestellter Apotheker bei seinem Vorgänger angefangen. „Ich habe im Dezember und Januar den Betrieb kennengelernt und zum 1. Februar dann die Apotheke übernommen.“ Neben Stammkundschaft und ehemaligem Inhaber freut sich auch die Stadt Merzig über die erfolgreiche Übernahme. „Ich gelte als jüngster Inhaber des Saarlandes. Darauf ist die Stadt sehr stolz“, berichtet Gök.

Praktisch sofort nach Erhalt der Approbation in die Selbstständigkeit zu gehen, sei zwar nicht unbedingt der Plan gewesen, verrät der Apotheker. „Aber der Gedanke und das Ziel, eine eigene Apotheke zu haben, bestand schon länger.“

Übernahmefeier für Stammkunden

Er habe sich während des Studiums einfach unverbindlich umgesehen und eine Anzeige auf der Homepage der Kammer geschaltet – und sei so an seinen Vorgänger geraten. „Herr Busch war sehr zuvorkommend und hat mich bei der Übernahme sehr unterstützt. Er steht mir auch jetzt noch als Wegbegleiter zur Seite.“

Den Aufwand einer Übernahme hätten beide etwas unterschätzt. „Es war auch für meinen Vorgänger viel Arbeit, den bürokratischen Teil innerhalb von acht Wochen abzuwickeln. Es hat gerade so funktioniert.“

Einer Übernahmefeier am Stichtag stand somit nichts mehr im Wege. „Mir war es wichtig, dass die Stammkundschaft mich hier im Ort kennenlernt und nicht einfach an der Notdienstanlage ein neuer Namen steht. Die Menschen im Ort sollen wissen, dass sich hier zwar etwas verändert, die Tradition aber fortgeführt wird. Das ist mir sehr wichtig.“

Immerhin habe sein Vorgänger die Apotheke rund 37 Jahre lang geleitet. „Insgesamt bin ich der dritte Inhaber.“ Das Personal habe er komplett übernommen. „Ich bin meinem Vorgänger sehr dankbar, dass er mir ein so tolles Team übergeben hat. Ich bin absolut zufrieden.“ Zukünftig will Gök vor allem pharmazeutische Dienstleistungen – wie Medikationsanalyse und Blutdruckmessung – stärker etablieren.

Apothekenprotest am 23. März

Zum anstehenden Protest sagt Gök: „Die aktuelle Situation in der Apothekenbranche trifft uns hart. Für mich als Apotheker ist es so, dass die Beratung von Angesicht zu Angesicht sehr wichtig ist – vor allem für die ältere Generation, die Wert auf eine ortsgebundene Apotheke mit persönlicher Beratung legen.“ Gerade dieses Klientel wünsche sich, dass Vor-Ort-Apotheken bleiben „und es irgendwann nicht nur Shop Apotheke & Co. gibt“.

Durch die Übernahme habe er aktuell noch viel um die Ohren und sich deshalb mit dem Streik am 23. März noch nicht vollumfänglich beschäftigt. „Ich werde mich zeitnah in Ruhe damit auseinandersetzen und mit meinem Team beratschlagen. Wir unterstützen natürlich, aber in welchem Umfang und wie konkret, dazu haben wir uns noch nicht festgelegt.“

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