„Ihre Apotheke mit Herz“

Apotheken bestimmen Herzalter

, Uhr
Berlin -

Heute startet die Aktionswoche „Ihre Apotheke mit Herz“. Vom 3. bis 8. Juni dreht sich in den bayerischen Apotheken alles um die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Pressekonferenz zum Start der Aktion musste ohne Abda-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening stattfinden, die parallel einen Termin mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und dem Patientenbeauftragen Stefan Schwartze hatte.

Die Aktion findet um den Tag der Apotheke am 7. Juni statt. Die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK), das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG), die Bayerische Akademie für Klinische Pharmazie der Bayerischen Landesapothekerkammer (BA KlinPharm) und die Assmann-Stiftung rühren für die Aktion die Werbetrommel. „Es wäre großartig, wenn auch Ihre Apotheke in der Woche vom 3. bis 8. Juni dazu die standardisierten Blutdruckmessungen und die Bestimmung des Herzalters durchführt“, so der Appell.

Kammerpräsident Thomas Benkert nimmt mit seiner Apotheke an der Aktion teil. Denn Apotheken könnten das Risiko für Herzkreislauferkrankungen senken. Rund 150 Apotheken beteiligen sich an der Aktion, die im vergangenen Jahr bereits in Westfalen-Lippe erfolgreich war. Als „standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck“ kann der Service sogar als pharmazeutischen Dienstleistung abgerechnet werden – alternativ kann eine Schutzgebühr für die Blutdruckmessung erhoben werden. Denn der Blutdruck ist ein wichtiger Faktor für die Bestimmung des Herzalters.

Die Apotheken seien dabei genau die richtige Anlaufstelle für die Aktion, denn sie hätten eine Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Menschen, betonte Assmann. Tausende Menschen hätten in den letzten Jahren bereits ihr Herzalter bestimmen lassen. Und dieses falle meist anders aus als das tatsächliche Lebensalter.

Für die Kammer sei die Teilnahme an dem Projekt selbstverständlich gewesen, so Benkert. „Apotheken sind prädestiniert, zur Prävention beizutragen.“ Denn sie seien eine niedrigschwellige Anlaufstelle und hätten mit etwa vier Millionen Kundenkontakten einen breiten Einblick. Außerdem sei immer ein Apotheker oder eine Apothekerin in der Apotheke vor Ort und stehe mit Rat und Tat zur Seite.

Ziel sei es, die Kund:innen von den Vorteilen der Apotheke vor Ort zu überzeugen – sie erhielten eine Rundumberatung und -betreuung. Es werde deutlich, wie wichtig die Apotheke vor Ort sei, vor allem im Vergleich zum Versandhandel. Dabei machte Benkert einmal mehr deutlich, wie wichtig es sei, dass Apotheker:innen in der Apotheke vor Ort sind und welche Gefahren Apotheken ohne Approbierte bergen.

Die Aktion läuft nur in Bayern, Westfalen-Lippe und Nordrhein. Eine bundesweite Ausdehnung sei jedoch wünschenswert, so Benkert.

Was passiert in den Apotheken? Interessierte werden durch Fragebögen geführt und diese entsprechend ausgefüllt: Gewicht, Größe, idealerweise sind die Laborwerte – Triglyceride und Cholesterin – bekannt. In der Apotheke wird der Blutdruck gemessen. Denn dieser stellt bekanntlich einen Risikofaktor für Herzerkrankungen wie Herzinfarkte & Co. dar. Wichtig sei die Messung unter anderem, weil etwa ein Drittel der Herzinfarktpatient:innen zuvor nichts von ihrem beeinträchtigten Herzen bemerkt hätten.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Vergütungsfrage steht noch aus
Reformpläne: Totimpfstoffe und Tests
Mehr aus Ressort
Traurige Bilanz zum Jubiläum
„Die Apotheke ist endlich“

APOTHEKE ADHOC Debatte